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Revival am Nullpunkt? Ansätze gewerkschaftliche Erneuerung nach drei Jahrzehnten Neoliberalismus

Von Jörn Boewe
Seit einigen Jahren wird in der deutschen Linken wieder mehr über „Klasse“ und „Klassenpolitik“ diskutiert. Nicht in kleinen marxistischen Nischen, sondern in einer Breite, wie es das über Jahrzehnte nicht gegeben hat. Die deutschsprachige Veröffentlichung des autobiografischen Essays „Rückkehr nach Reims“ von Didier Eribon 2016 kann dabei als eine Art Initialzündung betrachtet werden. Ähnlich intensiv diskutiert wurde Oliver Nachtweys im selben Jahr erschienenes Buch „Die Abstiegsgesellschaft“. Beide stehen in einer Reihe mit anderen, weniger breit diskutierten Veröffentlichungen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Verwerfungen westlicher Klassengesellschaften nach Jahrzehnten neoliberaler Hegemonie befassen und mehr oder weniger explizit Fragen nach den Konsequenzen für linke Politik aufwerfen – so etwa Owen Jones’ bereits 2012 in Deutschland erschienener Essay „Prolls. Die Dämonisierung der Arbeiterklasse“, im selben Jahr Joe Bageants „Auf Rehwildjagd mit Jesus. Meldungen aus dem amerikanischen Klassenkampf“ oder 2016 Christian Barons „Proleten, Pöbel, Parasiten: Warum die Linken die Arbeiter verachten“ – eine Liste, die sich fortsetzen ließe. Revival am Nullpunkt? Ansätze gewerkschaftliche Erneuerung nach drei Jahrzehnten Neoliberalismus weiterlesen