Sebastian Haffner war Journalist, zunächst in Berlin und nach seiner Flucht 1938 vor den Nazis in Großbritannien. 1954 kehrte er nach in Deutschland zurück. Seine im Feuilletonstil stets ohne Fußnoten und Literaturhinweise geschriebenen historischen Essays, etwa über Hitler [1] oder die deutsche Revolution [2], erreichten, anders als wissenschaftliche Abhandlungen, Massenauflagen. Haffner schrieb immer spannend, vor allem aber pointiert. Er bezog stets eine klare politische Haltung, oft im Widerspruch zum offiziellen Mainstream. Seine Bücher waren über Jahrzehnte eine Fundgrube für Linke.
Es ist daher zu begrüßen, dass der Hanser Verlag jetzt sein Buch „Der Teufelspakt. Eine Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen“ erneut herausgebracht hat.[3] Die Erstausgabe erschien bereits 1968 im Rowohlt-Verlag. Zuvor war die Studie als Serie im Journal „Stern“ abgedruckt worden. Der Schweizer Manesse Verlag veröffentlichte 1988 eine gekürzte Ausgabe mit dem Untertitel „Die deutsch-russischen Beziehungen vom 1. zum 2. Weltkrieg“.
Die zweite Auflage des lange Zeit vergessenen Buches kommt zum richtigen Zeitpunkt. Das deutsch-russische Verhältnis ist erneut auf einem Tiefpunkt angelangt. Berlin hat sich im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ganz auf die Seite Kiews gestellt. Mit umfangreichen Waffenlieferungen, Entsendung von Beratern sowie massiver Finanzhilfe zugunsten der Ukraine führt Deutschland quasi seinen eigenen Krieg gegen Russland. Allein deutsche Truppen fehlen noch. Das Kämpfen überlässt man einstweilen den Ukrainern. Ein anderer Blick auf Russland. Zur Neuausgabe des Buches von Sebastian Haffner “Der Teufelspakt. Eine Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen“ weiterlesen













