Die Kommunalwahlen am 14. September 2025 sorgten in Dortmund für eine große Überraschung, in der Stichwahl schlug der bislang unbekannte Alexander Kalouti (CDU) den Amtsinhaber Thomas Westphal (SPD). Die SPD verlor zum ersten Mal seit 1946. Das war besonders bitter in der von Herbert Wehner gekürten ‚Herzkammer‘ der Sozialdemokratie.
Der neue Oberbürgermeister (OB) Kalouti, ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, dass er Betteln rund um Biergärten und die Außengastronomie verbieten will. Seine Idee war, das „Stilles Betteln“ im Umkreis von fünf Metern um Biergärten genauso verboten werden soll wie das Ansprechen von Gästen. Kalouti reagierte damit auf Kritik der Gastroleute, die bereits zahlreiche Beschwerdebriefe an die Stadtverwaltung geschrieben hatten.
Beschleuniger der Debatte war dann ein gemeinsamer Brandbrief der Gastronomen am Alten Markt. Darin beklagen die Verantwortlichen, dass es täglich zu Übergriffen und Belästigungen ihrer Gäste durch wohnungslose Menschen komme. Zudem verweist der Brandbrief auch auf suchtkranke Menschen, die Drogen im unmittelbaren Umfeld der Gäste konsumieren würden. Die Gastronomen sehen darin untragbare Zustände für Personal sowie Kundschaft. Auch von einer Gefahr für die Umsätze ist die Rede.
Das führte auch mit dazu, dass der Stadtrat von Dortmund am 9. Juli 2026 ein Bettelverbot beschließen ließ. Damit gilt ab dem 1. August: Im Umkreis von fünf Metern um Außengastronomien im gesamten Dortmunder Stadtgebiet ist jegliches Betteln untersagt. Das gilt sowohl für aktives als auch passives, sitzendes oder stehendes Betteln, ob mit Becher oder Hinweisschild. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die Regelung gilt zunächst befristet auf zwölf Monate als Pilotprojekt. Drei Monate vor Ablauf muss die Verwaltung dem Rat eine Auswertung vorlegen. In dem Beschluss steht auch, dass der neue OB das „Gesamtkonzept zur Situation von suchtkranken und wohnungslosen Menschen in Dortmund“ vorantreiben. Wie lautete noch die Parabel von dem Bock der zum Gärtner gemacht wird?
Es ist zu befürchten, dass der neue OB sich weiter im Bereich Recht und Ordnung profilieren will und in den seit vielen Jahren schon andauernden, teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der strafenden Stadt mit ihren Polizei- und Ordnungskräften und den meist ärmeren Einwohnern in eine neue Phase eintreten wird.
Im folgenden ein kleiner Rückblick auf die Entwicklungen in einer strafenden Stadt. Die strafende Stadt: Seit Jahrzehnten wird in Dortmund zwischen Sozial- und Ordnungspolitik herum laviert – meist zu Gunsten von Recht und Ordnung und auf dem Rücken armer Menschen weiterlesen












