Sand ins Getriebe von Wehrdienst und Rekrutierung – Skript zum Vortrag „Praxis der Verweigerung“ auf dem IMI-Kongress 2025

„Dieser Text ist zunächst am 24. November 2025 als IMI-Studie/Analyse  2025/059 von der Informationsstelle Militarisierung veröffentlicht worden.“

Von Susanne Bödecker

Auf der Pressekonferenz am 13. November 2025 nach der Einigung von Union und SPD zum Inhalt des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes sagte Pistorius: „Freiwilligkeit kombiniert mit Attraktivität funktioniert!“ 2600 Euro bei Einstieg in die Bundeswehr, nach 1 Jahr ein Zuschuss zum PKW- oder LKW- Führerschein, angeblich flexible Arbeitszeiten, gute Karrierechancen, sicherer Arbeitsplatz, … Sand ins Getriebe von Wehrdienst und Rekrutierung – Skript zum Vortrag „Praxis der Verweigerung“ auf dem IMI-Kongress 2025 weiterlesen

“Man konnte noch weiterleben” – Der Faschismus bildet sich stets nur allmählich heran. Und dann ist er “plötzlich” da.

Von Moshe Zuckermann

Bei Hitlers Machtübernahme am 30. Januar 1933 lebten in Deutschland etwa 522.000 Juden. Wie konnte es passieren, dass rund 160.000 von ihnen bis 1945 von den Nazis ermordet wurden. Zwar emigrierten zwischen 1933-1941 mehr als die Hälfte der Juden aus Deutschland, warum aber emigrierten nicht alle rechtzeitig?

Im Gegensatz zu den in Osteuropa lebenden Juden, konnte doch den deutschen Juden nicht entgehen, was die Nazis mit ihnen vorhatten. Gewiss, niemand hat im Jahr 1933 wissen können, dass es auf Auschwitz zugeht (auch die Nazis selbst nicht), aber von der Machtübernahme 1933 bis zum “Reichskristallnacht”-Pogrom im November 1938 verschlimmerte sich die Lage der Juden im Nazideutschland in eklatanter Weise. Schon die Nürnberger Gesetze von 1935, die die rassenideologische Legitimationsgrundlage für die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Nazismus bildeten und sich auch bald genug lebensweltlich auswirken sollten, hätten klarmachen können, dass es höchste Zeit wird, Deutschland zu verlassen. Viele verstanden das auch, wie gesagt, aber allzu viele eben auch nicht. Wie konnte das sein? “Man konnte noch weiterleben” – Der Faschismus bildet sich stets nur allmählich heran. Und dann ist er “plötzlich” da. weiterlesen

SIPRI-Bericht: Weltweite Rüstungsumsätze erreichen neuen Rekordstand

Von

Die globale Rüstungsindustrie hat im Jahr 2024 so viel verdient wie noch nie. Laut neuen Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) stiegen die Umsätze der 100 größten Waffen- und Militärdienstleistungsunternehmen auf 679 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem die anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen, geopolitische Spannungen und stetig steigende Militärhaushalte.

Erstmals seit 2018 konnten alle fünf größten Rüstungsunternehmen ihre Einnahmen steigern. Insgesamt nahm die Branche in nahezu allen Weltregionen Fahrt auf. Einzige Ausnahme war Asien und Ozeanien, wo interne Probleme in der chinesischen Rüstungsindustrie die Entwicklung bremsten. Die übrigen Regionen verzeichneten deutliche Zuwächse, die sich vielerorts in rasch wachsenden Produktionskapazitäten, neuen Tochterfirmen oder Übernahmen widerspiegelten. SIPRI-Bericht: Weltweite Rüstungsumsätze erreichen neuen Rekordstand weiterlesen

Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember – und vorher

Bessere Welt Info

Am 5. Dezember 2025 ist in mehreren deutschen Städten ein bundesweiter Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht angekündigt worden — als Teil eines von Schüler*innen initiierten Aktionstags.

Am 5. Dezember soll nämlich im Bundestag das neue Wehrdienst-Gesetz verabschiedet werden. Hiergegen regt sich ein breiter Widerstand der betroffenen Jugendlichen und von Friedensgruppen.

Organisatoren sind vor allem das Schüler Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht am 05.12.„, „Nein zur Wehrpflicht“ (linke Jugendverbände) und der Bundesausschuss Friedensratschlag, der auf seinem Kongress in Kassel den Aktionstag ebenfalls beschlossen hat. Darüber hinaus traditionelle Friedensgruppen wie die DFG-VK und verschiedene Jugend- und Schülergruppen zum Beispiel Ortsverbände der Falken, viele lokale Schülerinitiativen und lose Netzwerke auf Social-Media-Kanälen.

Hinweis: Die Regierungskoalition hat sich am 12.11.25 auf eine verpflichtende Musterung ALLER 18-jährigen Männer geeinigt, die deutsche Staatsbürger sind (tagesschau und mdr). Finden sich aus den „wehrtauglich“ gemusterten nicht genügend Freiwillige für den Wehrdienst, wird eine Bedarfswehrpflicht eingeführt und gelost, wer zum Bund muß! – Die Jugendlichen werden beim Pflichtdienst nicht gefragt 🙁 Staatsräson und Kriegstüchtigkeit haben für Schwarz-Rot Vorrang. Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember – und vorher weiterlesen

Einen freien Stahlmarkt gab es nie

Auf dem Stahlgipfel versprach die Regierung Maßnahmen, um die Schlüsselindustrie vor chinesischem Stahl zu schützen. Doch Klagen über »unfaire« Praktiken Chinas sind scheinheilig, denn auch im Westen wird die Stahlindustrie seit jeher staatlich gestützt.

Von Karl Müller-Bahlke

Wenn Friedrich Merz und Lars Klingbeil ein grundsätzliches Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft abgeben, kann man davon ausgehen, dass die Lage ernst ist. Nach den am vergangenen Donnerstag angekündigten Maßnahmen zum Schutz der deutschen Stahlindustrie hielten sie das aber für angebracht. Denn in Bezug auf diese Industrie soll, wenn man den Verlautbarungen des Kanzlers glaubt, mit freien Märkten erst mal Schluss sein. Das Ziel ist, die Industrie, deren »strategische« Wichtigkeit allseits betont wird, in Deutschland zu erhalten.

Zum sogenannten Stahlgipfel hatte Merz die Chefetagen der wichtigsten in Deutschland produzierenden Stahlunternehmen und Gewerkschaftsvertreter eingeladen. Dazu saßen die Ministerpräsidenten der wichtigsten Stahl produzierenden Bundesländer mit am Tisch. Von Seiten der Bundesregierung nahmen neben dem Vizekanzler auch Wirtschaftsministerin Reiche und Arbeitsministerin Bas teil.

Die hochkarätige Besetzung des Treffens unterstreicht die Dringlichkeit der Lage der Industrie. Einen freien Stahlmarkt gab es nie weiterlesen

Verkehrssicher abgedeckt

Aus Osnabrücks neuesten Schreckenstagen[1]

Von Andreas Buderus

Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie die Macht zum Geist.“ (Kurt Tucholsky, 1919)

Es begab sich in der ehrwürdigen Friedensstadt Osnabrück, dass eines Morgens das alte Heger Tor – sonst ein steinerner Lobgesang auf Kanonendonner und Siegespathos – plötzlich über Nacht eine Botschaft trug: Nicht mit uns! Kriegstüchtig? Nein danke! Und weil heute nichts mehr ohne Domain existiert, auch gleich mit Internetadresse versehen.

Die Sache wäre womöglich als zeitgemäße Fußnote des Denkmals verblasst wie einst die Patina auf den Heldenbärten – hätte sich nicht augenblicklich der gesamte Apparat der sittlich alarmierten Ordnung in Marsch gesetzt. Die Verwaltung schritt, die Bürgermeisterin sprach ihr hart gerührtes „Schaden an der Allgemeinheit“, und der Staatsschutz – man halte die Kaffeetassen fest – ermittelte gegen Farbauftrag in meterweise Friedensschrift.

Nun ist bekanntlich nichts so bedrohlich wie ein paar Liter Wandfarbe, wenn sie sich nicht patriotisch verhalten. Panzer sind Ordnung, Bomben sind Sicherheit, Schlachtengemälde sind Kultur – aber Schrift bedeutet Anarchie. Und wenn Schrift dann auch noch am Denkmal klebt, weht sofort der Wind der Staatsgefährdung durch die ansonsten zugfreie und friedhofsruhende Republik.

Doch die eigentliche Köstlichkeit dieser Affäre – und man möchte sie als literarisches Sahnehäubchen kosten – liegt in der Verwaltungsformulierung, das Graffiti solle bis zur finalen Beseitigung „verkehrssicher abgedeckt“ werden. Ein Satz wie aus Heinrich Heines Schmunzelarchiv. Verkehrssicher abgedeckt weiterlesen

— DIE WAHRHEIT IST KONKRET — 70 Jahre »Kriegsfibel« – Das Buch für den Frieden / Brechts großes Anti-Kriegsbuch

Brechts »Kriegsfibel« ist das große Anti-Kriegs-Buch. Es erschien 1955, ein Jahr vor seinem Tod, zum ersten Mal in der DDR – im Eulenspiegel Verlag – und seither in vielen Ländern. Und es ist im siebzigsten Jahr seiner Erstpublikation so aktuell wie nie zuvor.

1938 hatte Bertolt Brecht – im Exil – begonnen, Zeitungsfotos zum Alltag der Soldaten und der Bevölkerung in Krieg und Faschismus zu sammeln und mit Epigrammen zu kommentieren, die hinter den banal aussehenden oder gar propagandistischen Bildern die Wahrheit des grausamen Krieges und des menschenverachtenden Faschismus erscheinen lassen sollten. Die zunächst auf schwarzem Karton begonnene Sammlung wuchs nach und nach an und stellte nach dem Krieg eine Übersicht der „Wahrheit hinter der Wirklichkeit“ über den Krieg dar.

Das Besondere des Einzelbandes besteht in der Bildgewalt, die im Zusammenspiel von Fotos und Versen entsteht. Die Verse sind nicht bloße Reihen von Vierzeilern, sie berühren den Betrachter förmlich. — DIE WAHRHEIT IST KONKRET — 70 Jahre »Kriegsfibel« – Das Buch für den Frieden / Brechts großes Anti-Kriegsbuch weiterlesen

Tarifrunde 2026: Für rund 10 Millionen Beschäftigte laufen Vergütungstarifverträge aus – Die Kündigungstermine

PM-Böckler Stiftung

Zwischen Dezember 2025 und November 2026 laufen laut Berechnungen des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung für etwa 10 Millionen Beschäftigte die von den DGB-Gewerkschaften ausgehandelten Vergütungstarifverträge aus. „Im Jahr 2026 wird es somit wieder eine große Tarifrunde geben, in der in vielen wichtigen Branchen neue Tarifverträge verhandelt werden“, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten. Im Vergleich dazu war die Tarifrunde 2025 deutlich kleiner, in diesem Jahr wurden bislang für etwa 6,3 Millionen Beschäftigte neue Tarifverträge vereinbart.

Die Tarifrunde 2026 wird insbesondere von einigen großen Tarifbranchen geprägt werden. Tarifrunde 2026: Für rund 10 Millionen Beschäftigte laufen Vergütungstarifverträge aus – Die Kündigungstermine weiterlesen

DGB: In nationaler Verantwortung den sozialen Frieden sichern

Von Johannes Schillo

Gewerkschaften und Friedensbewegung galten in der BRD einmal als Bündnispartner. Zumindest durften vor 70 Jahren, als die Wehrpflicht (wieder) eingeführt wurde, einzelne DGB-Abteilungen im Protest mitmischen. Und programmatisch bekannte man sich zu einem friedenspolitischen Auftrag. Davon ist nicht viel geblieben. Doch zunehmend werden Mitglieder damit unzufrieden. Hier eine Übersicht zu neuen Stellungnahmen und Initiativen. DGB: In nationaler Verantwortung den sozialen Frieden sichern weiterlesen

ver.di-Arbeitskreis Frieden – u.a. Infos zu: Israel/Gaza – Russland/Ukraine – Militarisierung

Von Reinhard Schwandt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zunächst zu einigen Veranstaltungen:

  1. Veranstaltungen

1.1. ver.di-Arbeitskreis Frieden – am 25. November

Das nächste Treffen des Arbeitskreises:

    –  am Dienstag, 25. November 2025
–  um 18:00 Uhr

–  Raum Eppendorf, Gewerkschaftshaus, Ebene 9
Besenbinderhof 60

TO (u.a.):
–  Aktuelles
–  Berichte von Veranstaltungen (u.a. Friedensratschlag, DESY/science4peace-Seminar mit Erich Vad)
–  Vorbereitung ver.di-Aufruf zum Ostermarsch 2026

1.2. Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember 2025
https://nie-wieder-krieg.org/2025/11/14/aktionstag-gegen-wehrpflicht-5-dezember/

1.3. Berichte vom bundesweiten Friedensratschlag am 8. und 9.11.2025:
https://nie-wieder-krieg.org/2025/11/14/friedensratschlag-kassel/

1.4.  Wissenschaftler für den Frieden – Bericht vom DESY-Science4Peace-Seminar am 13.11.2025
Krieg oder Frieden? Dr. Erich Vad (Brigadegeneral a.D.) – Video – 1 Std., 2 Min.
https://www.youtube.com/watch?si=SqhzlGXc-ohlK10h&v=6mX_WGghcw0&feature=youtu.be ver.di-Arbeitskreis Frieden – u.a. Infos zu: Israel/Gaza – Russland/Ukraine – Militarisierung weiterlesen

Über die Verkommenheit eines Sozialdemokraten

Wenn jemand den Begriff Verkommenheit auf Menschen anwendet, sollte er umsichtig mit dieser Wortwahl bzw. Charakterisierung umgehen, denn mit Verkommenheit ist die Beschreibung des moralischen Verfalls oder auch ein Zustand der Verwahrlosung einer Person gemeint.

In unserem Fall soll der Begriff Verkommenheit dennoch auf den amtierenden Bundesminister der Verteidigung angewandt werden. Hier soll es nicht um den früheren Oberbürgermeister der „Friedensstadt Osnabrück“, auch nicht um den schneidigen Innenpolitiker der SPD und Innenminister von Niedersachsen gehen, sondern um Statements, die er in seiner jetzigen Funktion als Bundesverteidigungsminister abgeliefert hat. Über die Verkommenheit eines Sozialdemokraten weiterlesen

Was immer schon zu wenig war …

Der Frieden und seine Gewerkschaften – Krieg und der Preis des Burgfriedens im Vorfeld des DGB-Bundeskongress 2026

Von Andreas Buderus

Die deutsche Gewerkschaftsbewegung steht im Jahr 2026 angesichts der im Frühjahr bevorstehenden Betriebsratswahlen und dem DGB-Bundeskongress im Mai an einem Wendepunkt, der tiefer reicht als jede Lohnrunde und weiter als jede Tarifauseinandersetzung. Was in den Jahrzehnten des sozialpartnerschaftlichen Arrangements noch als Beteiligung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen galt, verkommt in der neuen Kriegsordnung zu etwas ganz anderem: Seit der sogenannten „Zeitenwende“ wird die einstige Kooperation zwischen Kapital, Staat und Gewerkschaften unter dem Schlachtruf „Kanonen statt Butter“ in ein burgfriedliches Mitmarschieren verwandelt – ein Mitvollzug der von oben verordneten Staatsräson, statt Gegenmacht im Interesse der Beschäftigten.

Was als „Ausnahme“ begann – Waffenlieferungen „aus Solidarität“, Sondervermögen „für die Sicherheit“, Transformation „auch in Richtung Verteidigungsindustrie“ – ist längst zum Normalzustand geworden. Die ver.di-Führung begann 2023 mit dem halben Frieden des Leitantrages E084 „Perspektiven für Frieden, Sicherheit und Abrüstung in einer Welt im Umbruch“ zum ver.di-Kongress. Die IG Metall schien kurz darauf auf ihrem Gewerkschaftstag zwar das Schlimmste abzuwenden, doch in den Monaten danach öffnete ihr Vorstand Tür und Tor zur Rüstungswirtschaft. „Ausrüstung statt Aufrüstung“, „Verteidigungsfähigkeit“, „industrielle Sicherheitsinfrastruktur“ – Wörter, die klingen wie Technik, aber handeln vom Krieg.

Parallel verschärfte sich die barbarische Realität: die NATO hob ihre Rüstungsziele auf faktisch fünf Prozent, die Bundesregierung erklärte „Kriegstüchtigkeit“ und der Wille zur „Erledigung von Drecksarbeit“ jetzt auch ganz offiziell zur „patriotischen Pflicht“ und zur „Staatsaufgabe“, zivile Produktionsketten werden zunehmend militarisiert, die Wiedereinführung der Kriegsdienstpflicht ist auf dem Weg. Gewerkschaften, die einst gegen Krieg und Sozialabbau zugleich standen, reagieren bestenfalls mit freundlich an Regierung und Sozialpartner gerichtet Appellen zur Beachtung von sozialen Mindeststandards, die weder opponieren noch mobilisieren oder unterwerfen sich direkt der verordneten bellizistischen Staatsräson. Was immer schon zu wenig war … weiterlesen

Zukunft der Arbeit: Maschine als Boss?

Von Titus Udrea

Wenn in den letzten Jahren über künstliche Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz gesprochen wurde, dachten viele zuerst an Chatbots, automatisierte Prozesse oder Roboter in der Fabrikhalle. Nun aber rückt ein anderes Thema in den Mittelpunkt: Eine neue Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments (EPRS) zeigt, digitale Systeme, oft mit KI, übernehmen zunehmend die Organisation von Arbeit. Wer, wann, wo, was … die Maschine gibt immer öfter den Takt vor. Das nennt sich algorithmisches Management (AM): Software übernimmt die Aufgabenverteilung in der Belegschaft, überwacht und bewertet die erbrachte Leistung. Wenn dabei lernfähige oder datengetriebene Verfahren eingesetzt werden, spricht man von KI-gestütztem algorithmischem Management (AM). Die Analyse der Studie liefert zugleich die inhaltliche Grundlage für die Empfehlung des Beschäftigungsausschusses (EMPL), über eine europäische Richtlinie zum algorithmischen Management nachzudenken. Diese Form der digitalen Steuerung braucht insbesondere auch am Arbeitsplatz klare Regeln und Schutzmechanismen. Zukunft der Arbeit: Maschine als Boss? weiterlesen

Aktion: Rote Karte für den Werbedeal zwischen Rheinmetall und dem BVB!

Protestaktionen vor der Mitgliederversammlung und der Aktionärshauptversammlung von Borussia Dortmund.

Presseinfo von  DFG-VK

Warum: Im Mai 2024 hat der BVB-Vorstand einen Werbedeal mit Rheinmetall abgeschlossen: u.a. mit Bandenwerbung im „Westfalenstadion“ und im altehrwürdigen Stadion „Rote Erde“, sowie mit LED-Werbung an der Außenfassade des großen Stadions versucht der Rüstungskonzern die Fußballfans für sich zu begeistern. Doch Rheinmetall ist ein skrupelloser Waffenbauer, der sein Geld mit dem Tod anderer Menschen verdient. Nicht nur durch den neuen deutschen Aufrüstungskurs macht der Konzern Riesengewinne, auch die menschenrechtsverletzenden Staaten Katar und Saudi-Arabien werden beliefert. Zuletzt wurde zur Freude des autokratischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán eine Panzer- und eine Munitionsfabrik in dem Land eröffnet – Orbán sucht immer wieder die Nähe zum russischen Präsident Wladimir Putin.

Rheinmetall passt nicht als Partner zum BVB und seinen Werten – in dem im November 2022 verabschiedeten Grundwertekodex des BVB heißt es: „Wir werden uns stets für das gesellschaftliche Gelingen einsetzen. Darunter verstehen wir ein Vereinsleben und eine Gesellschaft ohne Rassismus, Antisemitismus, LSBTI+-Feindlichkeit, Sexismus, Gewalt und Diskriminierung.“ Aktion: Rote Karte für den Werbedeal zwischen Rheinmetall und dem BVB! weiterlesen

ver.di: Die Lüge von der „Abgabenexplosion“

„Abgabenexplosion“, „Kostenlawine“, „tickende Zeitbombe“ – glaubt man Neoliberalen in Politik, Unternehmen; Wissenschaft und Medien, steht der Sozialstaat kurz vor dem Zusammenbruch. Die Belastung durch Sozialbeiträge und Steuern sei angeblich unerträglich gestiegen. Doch das ist schlichtweg falsch, es ist eine Lüge.

Die Beitragsätze zu den Sozialversicherungen lagen vor knapp 30 Jahren sogar höher als jetzt. Die durchschnittliche Lohnsteuerbelastung der Bruttolöhne ist gesunken. Die Gesamtbelastung der meisten Beschäftigten und Steuerpflichtigen in Prozent ihrer Einkommen ist niedriger als vor drei Jahrzehnten. Die gesamtwirtschaftliche Höhe aller Steuern und Sozialbeiträge im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt, ist ebenfalls nicht höher. ver.di: Die Lüge von der „Abgabenexplosion“ weiterlesen