Da war sie wieder, die Geschichtenerzählung von der Ausnutzung „unseres Sozialstaates“ durch eine „Randgruppe“. Dieses Mal traf es die Menschen, die aus Bulgarien und Rumänien zugewandert sind. Ihnen wird unterstellt, dass sie vorgeblich zuviel Kindergeld beziehen, aufstockendes Bürgergeld kassieren, „irregulär eingewandert“ sind und ganz allgemein uns um „unsere Sozialleistungen“ betrügen. Dabei meint man Menschen, die auf unterster Stufe des Arbeitsmarktes bzw. im Niedriglohnsektor für einen Appel und ein Ei schuften, in sogenannten völlig überbelegten Schrottimmobilien hausen und für diese unmenschliche Unterbringung noch horrende Mieten zahlen müssen.
Mit ganz großem Bahnhof hat die NRW-Landesregierung Anfang März 2026 eine Ministerin und einen Minister in die kränkelnden Ruhrgebietsstädte, dort in die „Problemstadtteile“, geschickt, begleitet von mehreren Behördenvertretern, Zoll, Medienvertretern und vielen Polizei- und Ordnungskräften. In zwölf Städten – darunter Essen, Dortmund und Duisburg – wurden in heruntergekommenen Häusern mehr als 250 Wohnungen kontrolliert, um gegen „Sozialleistungsmissbrauch und ausbeuterische Verhältnisse“ vorzugehen.
Bei der großangelegten Kontrollaktion in den heruntergekommenen Wohnhäusern sollen die Behörden mehr als 200 Verdachtsfälle für unrechtmäßigen Bürgergeldbezug festgestellt haben. Daneben wurden Verdachtsfälle von Mietwucher, Schwarzarbeit, Wohnungen mit deutlichen Mängeln, Meldeverstöße und mutmaßliche Straftaten aufgedeckt.
Dabei seien auch „Hinweise auf Vermietergeflechte“ gesammelt worden, die gezielt minderwertige Wohnungen an Zugewanderte vermieten.
Im Folgenden soll am Beispiel der eigenen Mietwohnung das Problem „Schrottimmoblilie“ und „Vermietergeflechte“ einmal beleuchtet werden. Hilfe, unsere Wohnung wird zur Beute – Zur konkreten Lebenssituation in „Schrottimmobilien“ weiterlesen