Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Zunächst zu einigen Veranstaltungen:
1. Demonstrationen und Veranstaltungen
in den nächsten Tagen gibt es weitere Demonstrationen zu Rojava/Syrien und Ostkurdistan/Iran.
Solidarität Mit Rojava, Ostkurdistan und dem Aufstand im Iran
In Rojava (Nord- und Ostsyrien) erleben Kurdinnen und Kurden derzeit massive Gewalt. In Aleppo wurden kurdische Viertel angegriffen, Menschen vertrieben und ermordet. Islamistischer Terror, insbesondere durch den IS (HTS) hat zu ethnischen Säuberungen geführt.
In Rojhilat (Ostkurdistan/Iran) eskaliert die Repression weiter. Das iranische Regime geht brutal gegen die kurdische Bevölkerung vor: Verhaftungen, Folter, Hinrichtungen und das Verschwindenlassen von Menschen gehören zum Alltag.
Wir demonstrieren, weil Schweigen Mittäterschaft bedeutet.
1.1. Nach der Demonstration in Hamburg – am 15. Januar – findet die nächste Demonstration statt:
– am Samstag, den 17. Januar 2026
– um 15:00 Uhr
– Start in der Große Bergstraße 164 (vor IKEA) in Altona
– Route: Große Bergstraße – Goethestraße – Max-Brauer-Allee – Schulterblatt – Neuer Pferdemarkt – Neuer Kamp – U Bahn Feldstraße.
– Aufrufer (u.a.) Frauenrat Rojbin, Kurdischer Volksrat, Bündnis Hamburg für Kurdistan
Der Flyer zur Demonstration am 17. Januar in der Anlage 1.
1.2. Demonstration und Großkundgebung in Berlin
Ahmed al-Sharaa, auch bekannt als „Jolani“, Anführer islamistischer Milizen und heute selbsternannter Übergangspräsident Syriens soll nächsten Montag, am 19.01. nach Deutschland kommen. Es gibt bereits geplante Demonstrationen und Kundgebungen in Berlin.
– am Montag, 19. Januar 2026
– um 16:00 Uhr
– am Platz des 18. März/Brandenburger Tor
https://www.instagram.com/p/DTfuebYAkvg/
1.3. „Palästina durch die Zeit“- Ausstellung in Barmbek
Machen Sie mit uns eine Reise durch die Geschichte Palästinas.
Die Ausstellung findet statt vom 07. bis 23. Januar 2026 und ist während der üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.
Rahmenprogramm:
– am 24. Januar 2026
– von 15:00 bis 21:00
Es gibt leckere Kuchen, palästinensisches Essen und andere Köstlichkeiten. Lassen Sie sich überraschen von weiteren kulturellen Highlights. So viel sei verraten: Es wird ein Film gezeigt, ein Vortrag gehalten, Ausstellungsführung u. v. m.
Weitere Informationen und Termine für die Führungen unter: www.barmbek-basch.info
1.4. Islamismus in Palästina – Muslimbrüder, Hamas und Islamischer Jihad
Vortrag und Diskussion mit Gudrun Krämer *)
– am Donnerstag, 5. Februar 2026
– um 19:00 Uhr
– Moderation: Martin Dieckmann (ver.di)
– in der Werkstatt 3 (W3)
Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Ottensen
– Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg
– Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
Als mit Beginn der palästinensischen Aufstandsbewegung 1987 (der ersten „Intifada“) die Hamas als politische und militärische Organisation gegründet wurde, ahnten nur wenige, zu welcher Macht sie sich in Palästina entwickeln würde. Seither ist jedoch vielfach aus dem Blick geraten, aus welchen ideologischen und organisatorischen Quellen Hamas hervorging und bis heute schöpft: der Muslimbruderschaft.
Ende der 1920er Jahre in Ägypten gegründet, breitete sich die Muslimbruderschaft rasch in der arabischen Welt aus. In Palästina war sie bereits Ende der 1930er Jahre aktiv, unter anderem in der Unterstützung des palästinensischen Aufstands und des Generalstreiks von 1936 bis 1938. Seit den 1960er Jahren gewann sie in den Bereichen soziale Fürsorge und Bildung, die sie in den islamisch-konservativer Weise prägte, einigen Einfluss.
Diese Entwicklung blieb auf politischer Ebene lange weitgehend unbeachtet – abgesehen von ihrer Rolle als Konkurrenz zu den Organisationen der PLO.
Mit der Gründung der Hamas setzte eine neue, offen politische Phase des Islamismus in Palästina ein. In ihrer Charta erklärte die Hamas 1988 die Zerstörung des Staates Israel zu ihrem Ziel, 2017 deutete eine neue Grundsatzerklärung eine pragmatische Wende an. Das Massaker vom 7. Oktober 2023 und der anschließende Krieg Israels gegen Gaza zerstörte bis auf Weiteres alle Hoffnung auf einen friedlichen Ausgleich.
Die Veranstaltung geht den Ursachen, Triebkräften und Entwicklungsphasen des Islamismus nach und diskutiert nötige und mögliche Schritte zu einem langfristigen und gerechten Frieden.
*) Prof. Dr. Gudrun Krämer ist Islamwissenschaftlerin und Historikerin sowie Autorin zahlreicher Publikationen über Islamismus, Politischen Islam und die Geschichte des Islam. Sie hat eine umfassende Geschichte Palästinas von
den Anfängen bis zur Gründung Israels verfasst. Für ihre Biografie des Muslimbruderschaft-Gründers Hasan al-Banna erhielt sie 2025 den Deutschen Historikerpreis.
1.5. Buchvorstellung anlässlich des 100. Geburtstags von Steffi Wittenberg
Präsentation des Buches über die Zeitzeugin Steffi Wittenberg. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Familie, der VVN-BdA und dem Auschwitz Komitee durchgeführt.
– am Sonntag, 15. Februar 2026
– um 13:00 Uhr
– mit: Musikgrupo Resistencia
– im Metropolis Kino, Kleine Theaterstrasse 10
Der Flyer u der Veranstaltung in der Anlage 2.
Der Link zum Buch:
https://www.hentrichhentrich.de/buch-man-guckt-ja-schon-durch-eine-minderheitsbrille.html
2. Venezuela – ‚Nationale Sicherheitsstrategie‘ der USA
SPIEGEL, 05.01.2026: US-Attacke auf Venezuela – Wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig
Friedrich Merz reagiert windelweich auf Trumps Operation in Venezuela: »Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex.«. Dabei zerbricht gerade die Friedensordnung. Und wir sind live dabei.
Militärische Interventionen in anderen Ländern sind nach der Uno-Charta verboten. Und egal, wie legitim oder illegitim eine Regierung ist: Entscheidend ist, ob sie die effektive Regierungskontrolle hat. Und das hatte das Maduro-Regime ohne Zweifel – zumal sich Trump ja nun ausgerechnet der bisherigen Vizepräsidentin Maduros, Delcy Rodríguez, bedienen möchte; vorausgesetzt, sie ist willfährig genug. Sonst, droht Trump, widerfahre ihr noch Schlimmeres als Maduro. Die offene Erpressung eines ausländischen Staatsoberhauptes mit der Androhung militärischer Gewalt ist ohnedies gleich ein weiterer Verstoß gegen das Allgemeine Gewaltverbot in der Uno-Charta.
https://www.spiegel.de/panorama/venezuela-und-das-voelkerrecht-wer-dazu-schweigt-macht-sich-mitschuldig-a-5ccea997-9614-43bc-a442-7a3eda4ace05
Frankfurter Rundschau, 07.01.2026: Die Intervention in Venezuela untergräbt das Völkerrecht weltweit
Die US-Militäroperation verstößt gegen die UN-Charta, sagt Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte. Das schwächt den Schutz vor einem dritten Weltkrieg.
Die Militäroperation der Vereinigten Staaten in Venezuela untergräbt einen Grundsatz des Völkerrechts, der nach den Schrecken zweier Weltkriege und des Holocaust vereinbart wurde: Staaten dürfen keine Gewalt anwenden, um ihre territorialen Ansprüche oder politischen Forderungen durchzusetzen.
Diese militärische Intervention, die gegen die Souveränität Venezuelas und die Charta der Vereinten Nationen verstößt, ist keineswegs ein Sieg für die Menschenrechte, sondern schadet der Architektur der internationalen Sicherheit und macht jedes Land weniger sicher. Sie sendet das Signal aus, dass die Mächtigen tun können, was sie wollen, und schwächt den einzigen Mechanismus, den wir haben, um einen Dritten Weltkrieg zu verhindern, nämlich die Vereinten Nationen. Keine noch so große Täuschung und Ablenkung kann diese Tatsachen ändern.
https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege/die-intervention-in-venezuela-untergraebt-das-voelkerrecht-weltweit-94110988.html
Frankfurter Rundschau, 08.01.2026: Venezuel angreifen – Cuba treffen
Von all den Ländern, denen Donald Trump in den vergangenen Tagen mit Repressalien gedroht hat, muss sich Cuba die größten Sorgen machen. Gründe gibt es einige: Die Insel ist seit der sozialistischen Revolution von 1959 ein Dorn im Auge aller US-Regierungen, zudem hat Außenminister Marco Rubio einen besonderen, persönlich motivierten Hass auf das Regime in Havanna – seine Eltern sind in Kuba geboren. Drittens ist Kuba der engste Verbündete Venezuelas in der Region. Viertens liegt die Insel kaum 145 Kilometer von Florida entfernt, also im unmittelbaren Einflussgebiet der USA nach der neuen „Donroe-Doktrin“.
https://www.fr.de/politik/wie-kuba-durch-den-venezuela-coup-in-existenzielle-not-geraten-koennte-94112122.html
04.01.2026: Trump-Erklärung zum Angriff auf Venezuela (Original-Video, mit Übersetzung auf deutsch)
https://video.epv.funkemedien.de/video/kaltura/0_mqo0n2bn
Ralf Stegner (SPD) in der Schleswig-Holstein-Zeitung, 4.1.2026: „Heute Venezuela, gestern Panama, morgen Grönland“
Der schleswig-holsteinische SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner hat eine klare Meinung zum USA-Venezuela-Konflikt.
Er spricht sich dafür aus, das widerrechtliche Kidnapping von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro durch die USA als eindeutig völkerrechtlich zu kritisieren. Von der deutschen Bundesregierung erwartet er, größere diplomatische Anstrengungen im Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu unternehmen.
https://zeitung.shz.de/holsteinischercourier/4105/article/2427321/2/3/render/?token=d53cbe419fd584d3e6179141b2926558&vl_platform=ios&vl_app_id=de.shz.tageszeitung&vl_app_version=18.0.0
SPIEGEL, 11.01.2026: Venezuela, Grönland, … Jetzt droht Trump Kuba
»Es wird kein Öl oder Geld mehr nach Kuba gehen – null!« Donald Trump nimmt das nächste Land ins Visier. Er könne sich gut vorstellen, dass US-Außenminister Marco Rubio bald »Präsident von Kuba« ist.
US-Präsident Donald Trump hat offenbar ein neues Ziel im Blick: In einer Serie an Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social griff er am Sonntag Kuba an. »Es wird kein Öl oder Geld mehr nach Kuba gehen – null!«, schrieb Trump. Weiter hieß es, wohl an die politische Führung Kubas gerichtet: »Ich rate ihnen dringend, einen Deal zu machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST.«,,Als Grund für seine Ankündigung nannte Trump die angebliche Unterstützung Kubas für die venezolanische Regierung. Kuba sei »über viele Jahre von großen Mengen Öl und Geld aus Venezuela abhängig« gewesen, schrieb der US-Präsident.
https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-droht-jetzt-kuba-es-wird-kein-oel-oder-geld-mehr-nach-kuba-gehen-null-a-618197f0-2de6-480b-babf-94164c8b315c
04.01.2026: Die westliche Hemisphäre als Innenraum und erweiterte Machtbasis der USA
Eine Lesart der US National Security Strategy 2025 im Zeichen des Langkonflikts. Gastbeitrag von Arno Gottschalk.
„Venezuela ist aktuell der sichtbarste Fall, in dem wirtschaftlicher Druck, politische Konditionalität und militärische Signale ineinandergreifen, ohne dass klar wäre, wo die Schwelle zu einem größeren Konflikt verläuft.“
Zum Autor: Arno Gottschalk (geboren 1956), Studium der Wirtschaftswissenschaften in Marburg und Bremen. Diplom-Volkswirt. Ab 1975 Aufbau und Leitung des Bereichs Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bremen. Seit 2011 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (Stadt und Land). Seit 2019 Sprecher der SPD-Fraktion für Haushalt und Finanzen. Mitglied des Fraktions- und Landesvorstands der SPD. Beschäftigt sich seit langem auch mit Fragen von Militär und Rüstung.
https://www.blog-der-republik.de/die-westliche-hemisphaere-als-innenraum-und-erweiterte-machtbasis-der-usa-eine-lesart-der-us-national-security-strategy-2025-im-zeichen-des-langkonflikts-gastbeitrag-von-arno-gottschalk/
Wolfgang Michal im Freitag, 12.01.2026: Ramstein schließen, US-Mittelstreckenraketen raus: So nimmt man die Monroe-Doktrin ernst
Was bedeutet Trumps Rückbesinnung auf die Monroe-Doktrin für Europa? Ein genauer Blick auf die Doktrin aus dem 19. Jahrhundert zeigt: Europa muss sich bald entscheiden, und Friedrich Merz ist völlig auf dem falschen Weg
https://www.freitag.de/autoren/wolfgangmichal/monroe-doktrin-ernst-nehmen-ramstein-schliessen-keine-us-mittelstreckenraketen
Der ganze Artikel in der Anlage 3.
Nachdenkseiten, 08.01.2026: Die Zeichen stehen auf Sturm
US-Präsident Donald Trump kündigt an, die Militärausgaben der USA im nächsten Jahr um 50 Prozent auf schwindelerregende 1,5 Billionen US-Dollar zu erhöhen. Dass dieser Schritt irgendetwas mit der Verteidigungsfähigkeit der USA zu tun haben könnte, ist auszuschließen. Die Zeichen stehen auf Sturm. Alles deutet darauf hin, dass Trump die USA in eine neue Ära des militärischen Imperialismus führen wird. In Europa scheint man dies aber immer noch nicht so recht verstanden zu haben und denkt immer noch, man sei Partner der USA. Dies ist jedoch ein fataler Denkfehler.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=144460
Jacobin, 05.01.2026: „Bedrohung für eine sozialistische Zukunft ist der US-Imperialismus“
Wie sehen Anhänger der Bolivarischen Revolution die Zukunft Venezuelas nach der völkerrechtswidrigen Aggression der USA und der Entführung Maduros?
Am 3. Januar haben die USA Venezuela militärisch angegriffen, den Präsidenten Nicolás Maduro entführt und eine Reihe von Luftschlägen durchgeführt. Dieses Vorgehen stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht dar und birgt die Gefahr, einen größeren Konflikt in der Region auszulösen. Um zu verstehen, wie Vertreter der venezolanischen Regierung und Anhänger des bolivarischen Projekts die jüngsten Ereignisse interpretieren und was ihrer Meinung nach als Nächstes zu erwarten ist, sprach Jacobin-Gründer Bhaskar Sunkara am 4. Januar mit dem ehemaligen Diplomaten Carlos Ron, der in von Sanktionen und diplomatischen Konflikten geprägten Zeiten jahrelang als einer der wichtigsten Ansprechpartner der Regierung Venezuelas in den Vereinigten Staaten fungierte.
https://jacobin.de/artikel/venezuela-maduro-usa-trump-imperialismus
2.1. Protestaktionen
500 auf der Demonstration in Hamburg am 4. Januar 2026.
NDR: Hamburg: 500 Menschen demonstrieren gegen US-Angriff auf Venezuela
„Der US-Angriff auf Venezuela beschäftigt die Menschen in Hamburg. Nach einer Demonstration mit 300 Teilnehmenden am Sonnabend in der Innenstadt gingen am Sonntagabend auf St. Pauli rund 500 Menschen gegen den US-Kurs auf die Straße. Angeführt von einem Lautsprecherwagen zogen am Sonntagabend laut Polizei rund 500 Menschen mit Flaggen und Bannern durch St. Pauli. Vom Heiligengeistfeld führte sie ihr Weg bis zum US-Konsulat in der Hafencity. Aufgerufen dazu hatte Hamburgs Linke gemeinsam mit mehreren Gruppen wie dem Hamburger Bündnis gegen Rechts. Die Organisatoren zeigten sich solidarisch mit dem angegriffenen Venezuela.“
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/hamburg-weitere-demo-gegen-us-angriff-auf-venezuela,venezuela-1076.html
Fotos: https://asb.nadir.org/fotoarchiv/neu/20260104/album/index.html
(Foto-Archiv-Kollektiv)
2.2. Historischer Rückblick
t-online, 09.01.2026: Konflikt mit den USA, 1903 – Deutsches Kriegsschiff griff Venezuela an
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts griff das Deutsche Reich das südamerikanische Land an. Die deutsche Attacke hätte zur militärischen Konfrontation mit den USA führen können.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/wissen/geschichte/id_101072456/usa-trump-und-venezuela-auch-deutschland-griff-das-land-einst-an.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
2.3. Friedensjournal 1/2026
Herausgeber: Bundesausschuss Friedensratschlag – Jan. – Feb. 2026 / Nr. 1
Das neue FriedensJournal: https://www.frieden-und-zukunft.de/pdf/fj/FJ_2026-1_Web.pdf
3. Russland-Ukraine-Krieg
Frankfurter Rundschau, 16.12.2025: Deutsche Firmen wollen in der Ukraine mitverdienen
Nach Ansicht des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft sollten Unternehmen aus Deutschland künftig stärker von den Ukraine-Hilfen profitieren. Der Ost-Ausschuss unterstützt deutsche Firmen bei Geschäften in Osteuropa, Mittelosteuropa, Südosteuropa und Zentralasien. „Deutschland und die EU geben sehr viel Geld für die Ukraine, und dann gewinnen am Ende oft chinesische, indische und türkische Firmen die Ausschreibung, weil die nur nach dem Preis geht“, sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, dem Nachrichtenportal „Politico“. „Wir würden als deutsche Wirtschaft an unseren Hilfen für den Wiederaufbau gern stärker partizipieren.“
https://www.fr.de/politik/deutsche-wirtschaft-fordert-mehr-auftraege-beim-ukraine-wiederaufbau-94085240.html
Blog der Republik, 09.01.2026: Bundeskanzler Merz zum Ergebnis der Koalition der Willigen in Paris“
Zusagen zur Truppenstellung in der Ukraine: Die Koalition der Willigen (CoW), die sich im März 2025 auf Initiative des britischen Premiers Starmer zur Unterstützung der Ukraine gebildet hat, ist in jüngster Zeit auffällig oft mit auffällig geringen Ergebnissen zusammengekommen. Ihr gehören 35 Staaten an.
https://www.blog-der-republik.de/bundeskanzler-merz-zum-ergebnis-der-koalition-der-willigen-in-paris-haltet-den-dieb-kommunikation/
Frankfurter Rundschau, 06.01.2026: EU regelt Frontex-Einsätze in der Ukraine
Ein Statusabkommen soll operative Missionen ermöglichen. Nach Kriegsende könnten EU-Grenztruppen auch an der russischen Grenze eingesetzt werden. Die Ukraine drängt auf den Einsatz der europäischen Grenzagentur Frontex auf ihrem Hoheitsgebiet. Die EU arbeitet bereits seit 2007 mit der Ukraine in Grenzfragen zusammen.
https://www.fr.de/politik/die-eu-plant-frontex-einsaetze-an-den-grenzen-der-ukraine-94109680.html
3.1. Vorschlag für Friedensverhandlungen
DEN KRIEG MIT EINEM VERHANDLUNGSFRIEDEN BEENDEN
Legitime Selbstverteidigung und das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden sind kein Widerspruch. Ein Vorschlag als Grundlage für die Aufnahme von Verhandlungen von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, Dr. Johannes Klotz, General a.D. Harald Kujat, Michael von der Schulenburg und Professor Dr. h.c. Horst Teltschik
Vernunft, Kooperation und gleiches Recht für alle Nationen entscheiden über die Zukunft Europas. Eine Kapitulation und ungelöste Territorialfragen führen nicht zu einem dauerhaften Frieden. Gerechte Lösungen beginnen mit der Art und Weise des Übergangs zu den Friedensverhandlungen.
Deshalb hat dieser Vorschlag zum Ziel,
– Lösungsmöglichkeiten für die wichtigsten Probleme aufzuzeigen, die bei entsprechender Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien geeignet wären, den Krieg zu beenden;
– den Fortbestand der Ukraine als souveränen, unabhängigen und funktionsfähigen europäischen Staat zu sichern und den Menschen dort nach vier Jahren eines grausamen Krieges wieder Hoffnung auf eine Zukunft zu geben;
– unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen sowohl Russlands als auch der Ukraine den Grundstein für eine gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung zu legen.
Der ganze Friedensplan in der Anlage 4.
4. Aufrüstung
Frankfurter Rundschau, 29.12.2025: Europas Häfen rüsten sich für den Krieg
Rotterdam und Antwerpen reservieren Flächen für Militärschiffe. Die EU plant einen militärischen Schengen-Raum bis 2027.
Militärische Flächen in Europas größten Handelshäfen: vier bis fünf Militärschiffe pro Jahr, wo bislang Containerriesen festmachen, dazu Landungsübungen der Nato und Truppenverlegungen. Rotterdam und Antwerpen, die beiden wichtigsten Häfen Europas, bereiten sich auf einen Krieg vor.
https://www.fr.de/hintergrund/europas-haefen-ruesten-sich-fuer-den-krieg-94102131.html
NDR, 15.01.2026: NATO-Übung „Steadfast Dart 2026“- Am 15. Januar rollen Militärkolonnen durch Niedersachsen
Es ist die größte NATO-Übung 2026 – rund 10.000 Soldaten aus elf Ländern werden erwartet. Schwerpunkt wird Bergen sein. Heute werden italienische Truppen von Emden in die Lüneburger Heide verlegt. Mehr als 2.000 Fahrzeuge und weitere Gerätschaften sind bereits am 14.1. Mittwoch am Hafen in Emden eingetroffen. Die Einheiten gehören zur schnellen Eingreiftruppe der NATO. Im Falle eines militärischen Konflikts an der Ostgrenze der NATO käme Niedersachsen eine entscheidende Rolle als Drehscheibe zu, wo Truppen aus anderen Ländern über den Seeweg anlanden und auf dem Landweg weitergeschickt werden.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/nato-uebung-heute-rollen-militaerkolonnen-durch-niedersachsen,nato-484.html
SPIEGEL, 15.01.2026: Panzerbauer im Zwielicht Neue Hinweise auf Schmiergelder nach Katar
Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann zahlte bei einem Panzergeschäft millionenschwere Provisionen. Recherchen verstärken den Verdacht, dass dabei viel Geld an einen katarischen General floss.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/knds-neue-hinweise-auf-schmiergelder-nach-katar-a-e5bf91d4-8974-448a-920a-c587def9b293
Die ganze Reportage in der Anlage 5.
Berliner Zeitung, 12.01.2025: Kriegswirtschaft – Ex-Merkel-Berater warnt – „Soll damit von innenpolitischen Problemen abgelenkt werden?“
Der frühere Merkel-Berater Erich Vad warnt vor einem gefährlichen Kurs: Kriegswirtschaft als Antwort auf wirtschaftlichen Abstieg könne Europa politisch destabilisieren und in einen Krieg führen.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ex-merkel-berater-warnt-soll-damit-von-innenpolitischen-problemen-abgelenkt-werden-li.10012709?utm_source=sharing&utm_medium=mobile&utm_campaign=article_default
Telepolis, 13.01.2026: Deutschland rüstet so stark auf wie nie zuvor. In Frankreich weckt das Erinnerungen, die man längst begraben glaubte.
Kürzlich haben sich die Länder der Europäischen Union darauf verständigt, gemeinsam Schulden in Höhe von 90 Milliarden Euro aufzunehmen und der Ukraine das Geld zu geben. Damit soll Kiew in die Lage versetzt werden, Waffen zu kaufen.,,Doch hinter den Kulissen tobt ein Streit zwischen Deutschland und Frankreich über die Bedingungen darüber, wo die Ukraine die benötigten Waffen beschaffen darf. Im Kern geht es um die Frage: Darf Kiew auch bei US-Herstellern einkaufen – oder nur bei europäischen Unternehmen?
Frankreich fordert strikte „Buy European“-Klausel
Paris drängt laut Politico auf eine strenge Regelung, die den Kauf von Rüstungsgütern auf EU-Unternehmen beschränkt. Die französische Regierung will verhindern, dass EU-Gelder „nach Washington fließen“, und stattdessen die europäische Rüstungsindustrie stärken. Der Beschaffungsstreit ist allerdings nur ein Symptom eines tieferliegenden Problems: Deutschlands Macht in Europa, die in Frankreich skeptisch beäugt wird.
https://www.telepolis.de/article/Rueckkehr-der-Machtfrage-Deutschlands-Aufruestung-weckt-alte-Aengste-in-Paris-11139981.html
Telepolis, 13.01.2026: Europas selektive Empörung: Sanktionen als Waffe gegen Andersdenkende
Besonders deutlich zeigt sich dies daran, wie die EU ihr Russland-Sanktionsregime – ein inhärent politisches Instrument, das kein Strafverfahren voraussetzt – zunehmend nutzt, um EU-Bürger, Einwohner und Journalisten wegen abweichender Meinungen ins Visier zu nehmen. Personen wie der französische Journalist Xavier Moreau und der Schweizer Analyst Jacques Baud mussten erleben, wie ihre Vermögen eingefroren und ihre wirtschaftliche Existenz zerstört wurde – nicht wegen einer Straftat, sondern weil sie geopolitische Analysen verbreiteten, die als russlandfreundlich galten.
Zu den Zielgruppen zählen nicht nur „rechtspopulistische“ Kräfte, die Macrons Machtbasis in Frankreich bedrohen, sondern auch russischsprachige Minderheiten in den baltischen Staaten, außenpolitische Realisten, die Diplomatie und Zurückhaltung in der Ukraine fordern, sowie Menschen, die „russische Kultur romantisieren“.
Das ist keine vernünftige Sicherheitspolitik, sondern politischer McCarthyismus.
https://www.telepolis.de/article/Europas-selektive-Empoerung-Sanktionen-als-Waffe-gegen-Andersdenkende-11139019.html
German Foreign Policy, 13.01,2026: Der Krieg im Innern
EU-Sanktionen machen es erstmals einem kritischen deutschen Journalisten unmöglich, sich und seine Familie mit Nahrung zu versorgen. Sie ermöglichen die Ausschaltung kritischer Medien. Auch US-Sanktionen gefährden die linke Opposition.
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10261
taz, 07.01.2026: Kontokündigung linker Organisationen – Tausende unterzeichnen offenen Brief an die GLS Bank
Die sozial-ökologische Bank soll die Kündigungen von Konten linker Organisationen zurücknehmen. Das fordern zahlreiche Kund:innen und Mitglieder. In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass die GLS Bank in jüngster Zeit mindestens drei linken Organisationen die Konten gekündigt hatte. Die DKP führt die Kündigung auf ihre Unterstützung von Projekten auf Kuba zurück – die könnten die USA provozieren. Die Rote Hilfe sieht einen Zusammenhang zwischen den Kündigungen und der Einstufung der Antifa Ost als terroristische Vereinigung durch die USA. Die GLS Bank rechtfertigte in allen drei Fällen den Kund/innen gegenüber die Kündigung mit „regulatorischen Gründen“.
„Diese Ereignisse reihen sich ein in eine allgemeine Bedrohungssituation für zivilgesellschaftliche Organisationen“, sagte Wolf Meyer vom Netzwerk „Debanking stoppen“, das sich aus Anlass der Kündigungen gründete. „Bei vielen besteht die Besorgnis, dass die zivilgesellschaftliche Opposition durch die Kündigung von Konten nicht mehr handlungsfähig ist.“
https://taz.de/Kontokuendigung-linker-Organisationen/!6143651/
5. Israel – Gaza – Westjordanland
taz, 22.12.2025: Israel genehmigt illegale Siedlungen – Die Einstaatenlösung wird längst implementiert
Berlin spricht von einer Zweistaatenlösung – und Israel schafft Fakten, die sie unmöglich machen. Mit dieser Realitätsverweigerung muss Schluss sein.
https://taz.de/Israels-genehmigt-illegale-Siedlungen/!6140678/
Frankfurter Rundschau, 08.01.2026: „Die Siedlergewalt ist eine ernste Bedrohung für Israels Sicherheit“
Israels früherer Premier Ehud Olmert über die Mitschuld von Regierungschef Benjamin Netanjahu an der Eskalation im Westjordanland und die Aushöhlung des Rechtsstaats. Ein Interview.
Massive Übergriffe gegen die palästinensische Zivilbevölkerung, zugleich Arbeitsverbote für renommierte Hilfswerke in Gaza und der Westbank: Die israelische Politik zieht zunehmend Kritik auf sich. Ehud Olmert, der das Land von 2006 bis 2009 regierte, sieht hohe Risiken für Israels Zukunft.
https://www.fr.de/hintergrund/die-siedlergewalt-ist-eine-ernste-bedrohung-fuer-israels-sicherheit-94112367.html
Frankfurter Rundschau, 16.01.2026: Gazas symbolischer Fortschritt ins Nichts
Trotz fehlender Voraussetzungen: Die USA verkünden Phase zwei für Gaza. Während die Menschen im völlig zerstörten Gaza in ihren Zelten unter Kälte, Sturm und Regen leiden und ein Wiederaufbau noch lange nicht in Sicht ist, verkündet die Regierung von US-Präsident Donald Trump Fortschritte: Man eröffne nun ganz offiziell die „Phase zwei“ des Trump’schen „Friedensplans“. Alles hängt an der Frage der Entwaffnung der Hamas. Aus Verhandlerkreisen heißt es, dass die Hamas sich zu einer teilweisen Entwaffnung bereit erklären könnte.
https://www.fr.de/politik/trotz-fehlender-voraussetzungen-die-usa-verkuenden-phase-zwei-fuer-gaza-94124483.html
Telepolis, 13.01.2026: Deutschland und Israel vereinbaren weitreichende Sicherheitskooperation
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben am Sonntag in Jerusalem ein weitreichendes Abkommen zur Sicherheitszusammenarbeit unterzeichnet.
Dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gaza-Krieg bei der Auswahl von Zielen auf massive Kritik stößt und in der von Israel praktizierten Form für demokratische Länder eigentlich ein No-Go sein sollte, war Dobrindt offenbar keine Silbe wert. Auch bleibt die Frage unbeantwortet, welche Daten und Befugnisse israelische Behörden durch die Erweiterung der Kooperation hierzulande erhalten.
https://www.telepolis.de/article/Deutschland-und-Israel-vereinbaren-weitreichende-Sicherheitskooperation-11138428.html
nd, 14.01.2026: Deutschland führt Polizeiaufbau in Gaza und schickt Ex-GSG9-Chef
Trainings sind in Ägypten und Jordanien sowie in Jericho geplant, die Länder müssen aber noch zustimmen.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196855.nahost-konflikt-deutschland-fuehrt-polizeisaufbau-in-gaza-und-schickt-ex-gsg-chef.html
6. Syrien – Rojava – Türkei – Jesiden
6.1. Angriffe auf Kurden in Syrien / Aleppo
taz, 08.01.2026: Angriffe auf Kurden in Syrien – Tote, Verletzte und Vertriebene in Aleppo
Syrische Truppen greifen zwei von Kurden bewohnte Stadtviertel Aleppos an. Die Milizen werden zum Teil von der Türkei unterstützt.
https://taz.de/Angriffe-auf-Kurden-in-Syrien/!6143883/
der Freitag, 12.01.2026: Aleppo unter Beschuss: „Islamistische Milizen haben unser Viertel gestürmt“
In Aleppo fanden massive Kämpfe statt, über 150.000 Menschen sind auf der Flucht. Die Aktivistin Haifa Mohammed berichtet von Bombardierungen, Plünderungen und der Rolle der Türkei im Angriff auf die zwei kurdischen Stadtteile.
„Hinter den Angriffen steckt nicht nur Damaskus, sondern auch Ankara. Neben Regierungstruppen waren auch Islamisten der ‚Sultan Suleiman Shah Division‘ und ‚Hamza Division‘ an den Kämpfen beteiligt, die von der Türkei finanziell, militärisch und logistisch unterstützt werden.“
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/aleppo-unter-beschuss-islamistische-milizen-haben-unser-viertel-gestuermt
Das ganze Interview in der Anlage 6.
der Freitag / Guardian, 12.01.2026: Für die Kurden sind die syrischen Regierungstruppen eindeutig „Dschihadisten“
Für Aleppo gilt nach einer Woche der Gefechte eine fragile Waffenruhe. Die Befürchtungen bleiben groß, dass es über die Großstadt hinaus zu einem Schlagabtausch zwischen der Regierungsarmee und kurdischen Selbstverteidigungskräften kommt.
Der ganze Artikel in der Anlage 7.
Frankfurter Rundschau, 13.01.2026: Syrien und das Recht der Kurden
Das syrische Übergangsregime von Ahmed al-Scharaa will die Einheit des Landes mit Gewalt erzwingen. Dem darf der Westen nicht tatenlos zusehen. Der Leitartikel
Ein geläuterter Islamist als Stabilitätsanker in einer von Konflikten verwüsteten Region. Wer wünscht sich das nicht, angesichts der aktuell gehäuften Krisenlagen in der Welt? Aber nach den schweren Kämpfen in der syrischen Metropole Aleppo wachsen die Zweifel noch mehr, dass Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und seine islamistische HTS diese Garanten sein können. Dass die EU und auch die USA so früh und kritiklos auf sie setzten, könnte sich als Fehler erweisen.
https://www.fr.de/meinung/kommentare/syrien-und-das-recht-der-kurden-94121550.html
Frankfurter Rundschau, 15.01.2026: Vorwurf von Massaker an Regierung in Damaskus
Die kurdische Selbstverwaltung erhebt schwere Vorwürfe gegen den syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa. Verbände fordern seine Ausladung. Nach Gefechten in Aleppo macht die kurdische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien der syrischen Zentralregierung schwere Vorwürfe. Elham Ahmad, die Außenbeauftragte der De-facto-Autonomieregion, sagte, dass bewaffnete Kräfte der Übergangsregierung von Ahmed al-Scharaa Stadtviertel von Aleppo mit kurdischer Bevölkerung mit Panzern, Drohnen und Raketenwerfern angegriffen hätten. In Aleppo seien nur leicht bewaffnete kurdische Truppen präsent gewesen. Die Angriffe hätten so zu „Massakern an Zivilist:innen“ geführt, so Ahmad. Genaue Opferzahlen seien noch nicht bekannt.
https://www.fr.de/politik/kurden-werfen-al-scharaa-massaker-vor-doch-er-soll-nach-berlin-kommen-94124394.html
Frankfurter Rundschau, 13.01.2026: Trotz Gewalt fordern Politiker die Rückkehr syrischer Flüchtlinge
Die meisten der 945 000 hierzulande lebenden Syrerinnen und Syrer – und sicher auch die meisten der geschätzt rund 300 000 Deutschen mit syrischer Migrationsgeschichte – wollen in Deutschland bleiben. AfD- und CSU-Abgeordnete fordern lautstark die Rückkehr von Zugewanderten nach Syrien.
Die Anzahl der neu Schutz suchenden Syrerinnen und Syrer in Deutschland ist derweil stark zurückgegangen – nach rund 77 000 Asyl-Erstanträgen im Jahr 2024 stellten 2025 noch knapp 23 000 Syrer:innen Schutzanträge in Deutschland. Das ist ein deutlicher Rückgang – zeigt aber auch, dass weiterhin Menschen das Land verlassen.
Chance auf Schutz haben aber nur noch die wenigsten: Während in den vergangenen Jahren noch die allermeisten Syrerinnen und Syrer in Deutschland einen Schutzstatus erhalten haben – meist den „subsidiären Schutz“ wegen der Gefahr der Folter oder unmenschlichen Behandlung –, wurden 2025 nur noch 5,3 Prozent der inhaltlich geprüften Anträge von Syrer:innen positiv beschieden. Zudem weist die Organisation Pro Asyl darauf hin, dass das Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vermehrt prüfen wolle, ob positive Asylentscheidungen widerrufen werden könnten.
6.2. Unterstützung von Rojava
Kurdistanhilfe Hamburg:
„Ihr alle verfolgt sicher die aktuellen Entwicklungen in Syrien/Nord-Ostsyrien. Durch die Angriffe auf Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo und die damit verbundenen Kriegsverbrechen und Fluchtbewegungen in das Gebiet der Selbstverwaltung, bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an. Die Stiftung der freien Frau in Syrien aktiviert deshalb wieder ihre Nothilfe-Kampagne. Die Kurdistanhilfe ruft zur Unterstützung dieser Nothilfe-Kampagne auf!
Durch das Verbreiten der Kampagne und eure Spenden unterstützt ihr die Arbeit der Stiftung und damit auch die Frauenrevolution von Rojava! Nutzt die Gelegenheit! Vielen Dank!“
Aus aktuellen Anlass aktivieren wir wieder die Nothilfe-Kampagne der Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS):
Nothilfe Für Nord- und Ostsyrien – Die Angriffe In Aleppo sind ein direkter Angriff auf die Frauenrevolution
Email der Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS):
„Ab dem 4. Januar 2026 griffen bewaffnete Milizen der syrischen ‚Übergangsregierung‘ unter Ahmed al-Scharaa und islamistische Verbündete die beiden kurdisch dominierten Viertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo an. Dabei nahmen sie auch Zivilist*innen und zivile Infrastruktur ins Visier, wie z.B. gezielte Angriffe auf das Xalid-Fecir-Krankenhaus. Eine humanitäre Katastrophe findet statt. Es gibt über 100.000 Vertriebene, zudem werden Männer und Frauen vverschleppt. Es gibt Augenzeugenberichte über Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Hier zeigt sich die Ideologie der ‚Übergangsregierung‘: Sie ist islamistisch und frauenfeindlich.
Damit steht sie im Widerspruch zu den Werten der Selbstverwaltung: Basisdemokratie und Frauenbefreiung.
Die Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS) musste ihre Arbeit in Aleppo aufgrund der Angriffe einstellen. Das Büro in Şêxmeqsûd ist derzeit geschlossen, die Bildungs- und Gesundheitsangebote ruhen.
Auch wenn inzwischen eine Waffenruhe herrscht: Wieder wurden Menschen gezwungen, zu fliehen. Viele von ihnen wurden bereits (mehrfach) vertrieben. Denn in den Stadtteilen leben viele Menschen, die 2018 aus Afrîn und 2024 aus der Sheba-Region nach Aleppo geflohen waren.
Aus diesem Grund nimmt WJAS ihre Nothilfe-Kampagne wieder auf! Sowohl in Aleppo als auch in den anderen Gebieten der Selbstverwaltung ist aufgrund der Angriffe mit einem erhöhten Aufkommen von Geflüchteten
bzw. Hilfsbedürftigen zu rechnen. Und das im Winter, wo auch in Nordsyrien die Temperaturen 10°C nicht überschreiten. Sofortige Hilfe ist notwendig, um die katastrophalen Folgen abzumildern. Dabei wird alles benötigt: Lebensmitteln, Zelte, Decken und medizinische Versorgung.“
Unterstützen sie die Arbeit der Stiftung der Freien Frau in Syrien (WJAS)!
Spendenkonto: Kurdistanhilfe e.v.
Stichwort: Nothilfe
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC HASPDEHHXXX
(Spenden sind steuerlich absetzbar, bitte deutlich die Adresse angeben)
Die Internetseite der Stiftung: http://www.wjas.org
Der Flyer der WJAS in der Anlage 8.
6.3. Fotos von der Demonstration am 10. Januar in Hamburg:
Stoppt die Angriffe auf Rojava und Rojhilat!
Fotos: https://asb.nadir.org/fotoarchiv/neu/20260110.1/album/index.html
(Foto-Archiv-Kollektiv im Archiv der Sozialen Bewegungen)
6.4. Jesiden
taz,09.01.2026: Bleiberecht für Jesiden – Bis heute nicht sicher in ihrer Heimatregion
NRW will Jesid:innen dauerhaft Schutz bieten. In einer Anhörung bekräftigen Sachverständige das Anliegen. Im Irak seien sie nach wie vor verfolgt. Im Herbst vergangenen Jahres stellten alle demokratischen Fraktionen des Landtages Nordrhein-Westfalen einen Antrag für ein Landesschutzprogramm für Jesid:innen. Der Integrationsausschuss hörte dazu am Donnerstag Sachverständige an. Diese haben die Notwendigkeit eines solchen Programms betont und sind sich einig: Der Irak sei für Jesid:innen nicht sicher, viele noch dort lebende Angehörige der ethnischen und religiösen Minderheit befänden sich in einer humanitären Notlage.
https://taz.de/Bleiberecht-fuer-Jesiden/!6144168/
6.5. Türkei – Justiz
taz, 09.01.2026: Türkische Justiz – Überraschender Freispruch für Istanbuler Anwaltskammer
Die Organisation ist Erdoğans AKP schon lange ein Dorn im Auge. Unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ sollte sie außer Gefecht gesetzt werden.
https://taz.de/Tuerkische-Justiz/!6144236/
7. Iran
taz, 07.01.2026: Proteste in Iran – Iran geht hart gegen die Kurden vor
Während das iranische Regime in Teheran eher auf Verhaftungen setzt, wird in den kurdischen Provinzen scharf geschossen. Weiter demonstriert wird trotzdem.
https://taz.de/Proteste-in-Iran/!6143555/
Frankfurter Rundschau, 15.01.2026: Möglicher US-Schlag im Iran
Die Angst vor einem bewaffneten Konflikt im Iran nimmt zu. Nachdem iranische Sicherheitsbehörden brutal gegen die Massenproteste vorgegangen waren, kündigte US-Präsident Donald Trump an, eine rasche und durchschlagende Militäroperation gegen Teheran zu erwägen.
https://www.fr.de/politik/moeglicher-us-schlag-im-iran-trump-bieten-sich-nur-wenige-optionen-94124125.html
8. Atomrüstung
8.1. Rüstungskontrollvertrag läuft aus
ICAN: Neues Jahr, alter Wahnsinn? Lauf mit uns gegen den nuklearen Rüstungswettlauf!
Ein neues Jahr beginnt – und eigentlich wäre das doch der perfekte Moment für frische Ideen, neue Verträge und ein bisschen mehr internationale Vernunft.
Stattdessen läuft Anfang Februar mit New START der letzte Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland einfach aus. Kein Nachfolgeabkommen, kein Sicherheitsnetz, kein Plan B.
Willkommen im Jahr 2026… So macht das neue Jahr keinen Spaß?
Wir haben was dagegen: ICAN eröffnet den Rüstungswettlauf
https://crm.icanw.de/civicrm/mailing/view/?reset=1&id=307&cid=11160&cs=999ddde360023a79ea5bb3d23e0c85f9_1767724537_168
8.2. Atomwaffenverbot
5 Jahre Atomwaffenverbot
Der Newsletter vom Aktionsbündis „atomwaffenfrei.jetzt“– in der Anlage 9.
8.3. IPPNW – Mitbegründer Gottstein
Frankfurter Rundschau, 07.01.2026: IPPNW-Mitgründer Ulrich Gottstein ist tot – Unermüdlich gegen Atomwaffen – Kohl und Strauß wollten Auszeichnung verhindern
Ulrich Gottstein nahm 1985 den Friedensnobelpreis in Oslo entgegen. Es war der Höhepunkt, aber keineswegs der Schlusspunkt seines Kampfes für Frieden und gegen Atomwaffen, als Ulrich Gottstein am Abend des 9. Dezember 1985 in der Stadthalle von Oslo seine Dankesrede für den Friedensnobelpreis hielt.
https://www.fr.de/politik/der-frankfurter-arzt-und-ippnw-mitgruender-ist-mit-99-jahren-gestorben-94110879.html
FR, 16.01.2026: Ulrich Gottstein – Seine Stimme wird fehlen
Gottstein erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges im Bombardement von Berlin, dann in britischer Gefangenschaft. Seine Erlebnisse im Krieg und seine christliche Überzeugung prägten ihn als Arzt nicht nur in der Verantwortung für seine Patientinnen und Patienten, sondern auch für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt. 1981 war er Mitbegründer der deutschen Sektion der IPPNW (“Internationale Ärztevereinigung zur Verhütung des Atomkrieges“). 1985 konnte er die Verleihung des Friedensnobelpreises an diese Organisation in Oslo erleben.
Vor vierzig Jahren war das mit schlimmer Hetze der CDU verbunden. In seinen Erinnerungen schrieb Horst-Eberhard Richter: „In der Bundesrepublik war der Teufel los. Kohl fluchte. Heiner Geißler waltete seines Amtes als Exorzist: Eine Schande sei es, dass die Wahl diese fragwürdige Ärzteorganisation getroffen habe. Dies sei „eine Verwirrung der Begriffe und eine Desorientierung der Werte“. Die IPPNW-Ärzte und ihre Preisverleiher seien gemeinsam „Weltverschwörer gegen das christliche Abendland.“ Beide intervenierten sogar beim Nobelpreiskomitee, das die Entscheidung rückgängig machen müsse.
https://www.fr.de/hintergrund/frankfurt-kann-stolz-sein-auf-diesen-mitbuerger-94125606.html
9. Abschied von Rolf Becker
Am 7. Januar fand die bewegende Trauerfeier für unseren ver.di-Kollegen, Aktivisten und Schauspieler Rolf Becker in der St. Georgs-Kirche und die Beerdigung auf dem Ohlsdorfer Friedhof statt.
Einige Fotos: https://c.gmx.net/@325582859534336436/8S92klURxMQBQy0ld9fTeA
(Fotos: ver.di-AK Frieden)
Der NDR berichtet im Hamburg- Journal: „Bewegende Trauerfeier für Schauspieler Rolf Becker
Er war mit 90 Jahren gestorben. Rund 500 Wegbegleiter, Freunde und Kollegen haben sich in der Dreieinigkeitskirche von ihm verabschiedet.“
https://www.ardmediathek.de/video/hamburg-journal/bewegende-trauerfeier-fuer-schauspieler-rolf-becker/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8yM2UxZWZlZS0xYTEzLTQyYzctYjYzZS1iYzNiZDQ5Y2I4YzQ
Die Hamburger Morgenpost würdigt Rolf in einem wertschätzenden Nachruf – in der Anlage 11.
Trauerrede des Schauspielers Michael Weber vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg (in der ‚jungen Welt‘):
Die Politik war zuerst da in seinem Leben
https://www.jungewelt.de/artikel/515377.nachruf-die-politik-war-zuerst-da-in-seinem-leben.html
Soweit mal wieder und viele Grüße
Reinhard Schwandt
ver.di Arbeitskreis Frieden, Hamburg
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1 – 2026-01-17 Flyer_Rojava-Demonstration.pdf
2 – 2026-02-15 Flyer Steffi Wittenberg_Buchvorstellung.pdf
3 – 2026-01-12 der Freitag_Wolfgang Michal_Monroe-Doktrin.pdf
4 – 2026-01 Verhandlungsvorschlag-zur-friedlichen-Loesung-des-Ukrainekrieges.pdf
5 – 2026-01-15 SPIEGEL_Panzerbauer im Zwielicht.pdf
6 – 2026-01-12 der Freitag_Aleppo unter Beschuss.pdf
7 – 2026-01-12 der Freitag_Guardian_Syrischen Regierungstruppen eindeutig „Dschihadisten“.pdf
8 – 2026-01-15 WJAS Aufruf_Nothilfe für Nord- und Ost-Syrien.pdf
9 – 2026-01-15 Newsletter atomwaffenfrei jetzt.pdf
10 – 2026-01-07 Mopo_Bewegender Abschied von Rolf Becker.pdf
Quelle und weitere Infos: ver.di Arbeitskreis Frieden | Landesbezirk Hamburg