Am Donnerstagabend wurde der Zukunftsplan von VW bekanntgegeben:
Aufsichtsrat stimmt Zukunftsplan 2030 zu: Starkes Signal für die Volkswagen Group
Die dem Zukunftsplan 2030 zugrundeliegende Erhebung sieht eine konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen – inkl. Management-Positionen – vor.
https://www.volkswagen-group.com/de/pressemitteilungen/aufsichtsrat-stimmt-zukunftsplan-2030-zu-starkes-signal-fuer-die-volkswagen-group-20662
Ja, so sehn es die Vertreter der Kapitalisten: Arbeitsplätze und Standorte weg als „Starkes Signal“! Für die 50.000 betroffenen Familien ist das allerdings auch ein starkes Signal – in den sozialen Abstieg!
Interessant, wie die Stimmen von IGM-Seiten sind:
Frau Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Vorsitzende der IG Metall: äußert sich zum Zukunftsplan zurückhaltend, wenn sie sagt: „Wir haben intensiv um gute Lösungen in dieser Krisensituation gerungen. Mit dem nun verabschiedeten Zukunftsplan stellen wir uns gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern den riesigen Herausforderungen. Es ist gut, dass der Vorstand nun die Grundlage hat, die entscheidenden Aufgaben anzugehen“. War ihr doch vor kurzem, als sie gemeinsam mit Peter Leibinger vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) im Handelsblatt formuliert hatte, „wonach im Land mehr geleistet werden solle“, der wütende Protest bei den KollegInnen der Autobranche entgegengeschlagen.
Genau das, was Benner und Leibinger forderten, wird jetzt von den Apologeten des Kapitals im Zukunftsplan beschworen: Wettbewerbsfähigkeit steigern.
Frau Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen Group, wird da viel deutlicher, wenn sie sagt: „Der Zukunftsplan ist eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen. Volkswagen wahrt damit einmal mehr die Gleichrangigkeit von Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit als gemeinsame Unternehmensziele. Denn die bilden eben keinen Widerspruch, sondern bedingen sich stattdessen an vielen Stellen gegenseitig. In diesem Sinne übernimmt die Mitbestimmung im Konzern auch in dieser Situation Verantwortung. Damit besteht die Grundlage für das Unternehmen, weiterhin mit attraktiven Modellen für Erfolg zu sorgen und so dazu beizutragen, dass die Beschäftigten an allen Standorten eine Perspektive erhalten.“
Bei Benner und Cavallo kein Wort für Konversion in zivile Produkte, gegen Aufrüstung. Der Zukunftsplan als gemeinsamer Plan Kapital und IG Metall in den sozialen Abstieg.
Die Frage ist jetzt: Wie reagieren die 50.000 KollegInnen und ihre Familien, wie wird in den betroffenen Städten reagiert und vor allem die schon in Aktionen und Protesten gewordenen AutomobilarbeiterInnen?
Es ist anzunehmen: Was VW im Zukunftsplan vorgemacht hat, dem werden andere Autohersteller und Zulieferer folgen.
Quelle und weitere Infos: https://gewerkschaftslinke.hamburg Bild: robin wood
