Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zunächst zu einigen zurückliegenden und kommenden Veranstaltungen:
1.1. 13.000 in Hamburg gegen den Sozialabbau am 26. September
Mit den Demonstrationen und der Kundgebung auf dem Rathausmarkt haben 13.000 Teilnehmer/innen gezeigt, dass sie die massiven Kürzungen der Bundesregierung in allen sozialen Bereichen ablehnen, dass sie für einen starken Sozialstaat und gegen die zunehmende Militarisierung einstehen. Bundesweit haben 175.000 an den Demonstrationen teilgenommen.
Die Vielfalt der Forderungen in den Foto-Dokumentationen vom 26.9.:
1.1.1. Fotos von den Demos und der Kundgebung auf dem Rathausmarkt
https://c.gmx.net/@325582859534336436/bE1SpKsiR_4QCAU8DISAog
(Fotos: ver.di Arbeitskreis Frieden, Hamburg)
1.1.2. Fotos von der DGB- und ver.di-Jugend-Veranstaltung am 26. September 2026
https://c.gmx.net/@325582859534336436/mlvPpSDX1sbvT4uZtfSKOw
Der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke schrieb an alle ver.di-Mitglieder
„Liebe Kolleg*innen, an unserem gemeinsamen DGB-Aktionstag am Samstag, 26. September haben sich bundesweit 175 000 Menschen beteiligt. In 15 verschiedenen Städten haben wir deutlich gemacht: Sparprogramme und der Abbau von Arbeitnehmerrechten akzeptieren wir nicht. Wir brauchen stabile Renten, ein gutes Gesundheitssystem, Investitionen in die Zukunft und sichere und tariflich geschützte Arbeitsplätze. Geld ist in diesem Land genug da. Es muss jedoch gerecht verteilt werden. Mit diesem bundesweit sichtbaren Protest konnten wir gegenüber der Bundesregierung ein deutliches Zeichen setzen. ( . . . ) „
1.2. Friedensdemonstrationen in Stuttgart und in Berlin am 3. Oktober
Rede von Monika Koops, ver.di Hamburg, Arbeitskreis Frieden:
https://www.youtube.com/watch?v=zcCHiG9Gbk4
(ab Min. 3:40)
Rede von Karla Wolf, Schülerin gegen Wehrpflicht:
https://www.youtube.com/watch?v=NFvB4mmLQvA
Pressemitteilung des Aktionsbündnisses 3. Oktober 2026 Demonstrationen in Berlin und Stuttgart Friedensbewegung demonstriert laut und kraftvoll gegen aktuelle Kriege und drohende Eskalationen. Sie wendet sich gegen Hochrüstung, Wehrpflicht, die wachsende Militarisierung der Gesellschaft und sozialen Kahlschlag. Sie verlangt Diplomatie und Verständigung. Über 20.000 Menschen in Berlin und 15.000 in Stuttgart gingen heute erneut für Frieden und Diplomatie, gegen Krieg und Hochrüstung auf die Straße und stellten sich hinter die Losung der Demonstrationen „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“
Die ganze Presseerklärung:
https://www.naturfreunde-berlin.de/system/files/documents/pressemitteilung_demo_3-10-2026.pdf
In der Presse:
nd, 04.10.2026: Friedensdemos in Berlin und Stuttgart: »Zukunft statt Krieg«
( . . . )
Neu in der Rolle eines Redners auf einer Friedensdemonstration ist Johannes Varwick: Seine Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigt die Tragweite des Wandels des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland. Varwick ist Politikwissenschaftler und Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle. Vorher habe er an einer Bundeswehr-Uni geforscht und die Nato beraten, sagt er. Mithin sei er kein Pazifist. »Aber die deutsche Sicherheitspolitik hat Maß und Mitte verloren«, betont er in Berlin. Die Forderung von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach Kriegstüchtigkeit beinhalte die Vorbereitung auf Krieg. »Das verändert unser Land zum Schlechteren, es militarisiert Sprache und Gesellschaft«.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1202932.aufruestung-und-militarisierung-friedensdemos-in-berlin-und-stuttgart-zukunft-statt-krieg.html
1.3. Iran-Veranstaltung – am 7. Oktober 2026
Vom Wirtschaftskrieg zum heißen Krieg – Iran im Fadenkreuz der Geopolitik
Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel Krieg gegen Iran. Tausende Menschen im Iran wurden getötet und verletzt. Weltweit sind die wirtschaftlichen Folgen zu spüren – u.a. übersteigende Kosten für Energie und Lebensmittel. Dieser Krieg hat mit dem vorhergehenden „Zwölftagekrieg“ im Juni 2025 und dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen durch erneute Sanktionen gegen Iran 2018 eine Vorgeschichte.
Die häufige mediale Reduzierung Irans auf das Bild einer „Mullah-Diktatur“ greift zu kurz. Sie erschwert eine differenzierte Betrachtung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Realität des Vielvölkerstaates und lenkt von den internationalen Macht- und Interessenverhältnissen ab.
Veranstaltung
– am Mittwoch, 7. Oktober 2026
– um 18:00 Uhr
– im Klub im Gewerkschaftshaus.
– Referent: Matin Baraki, Mitglied des Zentrums für Konfliktforschung an der Universität Marburg
– Veranstalter: ver.di-Arbeitskreis Frieden, Hamburg
Der Flyer zur Veranstaltung in der Anlage 1.
Und auf den ver.di-Seiten:
https://hamburg.verdi.de/gruppen/arbeitskreis-frieden
https://hamburg.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++973253a2-b7f9-11f1-8782-9bc2e1f6d00b
1.4. Veranstaltung zur Kriegsdienstverweigerung am 9. Oktober
Informations- und Diskussionsveranstaltung für Schüler und Schülerinnen, Lehrlinge, Jugendliche und Eltern
Aus dem Manifest gegen die Wehrpflicht (1926):
„Wir glauben, dass auf der Wehrpflicht aufgebaute Heere mit ihrem großen Stab von Berufsoffizieren eine schwere Bedrohung des Friedens darstellen. Zwangsdienst bedeutet Entwürdigung der freien menschlichen Persönlichkeit. Das Kasernenleben, der militärische Drill, der blinde Gehorsam gegenüber noch so ungerechten und sinnlosen Befehlen, das ganze System der Ausbildung zum Töten untergraben die Achtung vor der Persönlichkeit, der Demokratie und dem menschlichen Tun. ( . . .)“
– am Freitag, 9. Oktober 2026
– um 20:00 Uhr
– im Willkommenskulturhaus, Bernadottestraße 7, 22763 Hamburg
– Referent: Detlef Mielke, DFG/VK (Deutsche-Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen)
– Veranstalter: Friedensinitiative Altona – FRIED:A
Der Einladungsflyer in der Anlage 2.
1.5. NAZA – Kino des kaum Vorstellbaren
Frankfurter Rundschau, 30.09.2026: „Naza“ läuft an – Das Kino des kaum Vorstellbaren
Der Wirkungsraum Kino hat Informationen über israelische Kriegsverbrechen, die längst in der Welt waren, eine weltweite Öffentlichkeit verschafft. Wie ist eine Ergriffenheit zu erklären, die sich in Venedig im längsten Applaus der Festivalgeschichte entlud, eine Ehre, die die Filmemacher zugleich beschämte, denn aus Eitelkeit standen sie gewiss nicht auf dem roten Teppich.
Naza, das militärische Codewort des Filmtitels, lässt sich Abraham als Interviewer gleich zu Beginn des Films erklären. „Es ist eine Maßeinheit für Kollateralschäden. Ein Naza ist eine unschuldige Person, deren Tod auf ein Ziel eingerechnet wird.“ Im Folgenden hört man die Rechnungen, die mit dieser Variablen angestellt werden, aus erster Hand.
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/naza-laeuft-an-ein-soldat-nennt-500-unschuldige-den-preis-eines-hamas-tods-94518505.html
In Hamburg zeigt das Zeise-Kino den Film ‚Naza‘ im großen Kino (Zeise 1):
– am Samstag, 10.10.2026
– um 10:15 Uhr
– im Zeise-Kino, Friedensallee 7–9, 22765 Hamburg-Ottensen
Die weiteren Vorstellungen unter: https://www.zeise.de/film/3998
1.6. Veranstaltung zur EKD-Denkschrift „Welt in Unordnung“ – am 12. November in Neumünster
Die EKD-Denkschrift „Welt in Unordnung“ vom November 2025 hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst: kontroverse Diskussionen in der Kirche, Zustimmung aus der Bundesregierung und Ablehnung in der Friedensbewegung. Markiert sie eine Wende der EKD vom Streben nach gerechtem weltweiten Frieden zu einer Kirche, die sich in die politischen Zeiten einordnet? Wir wollen über Ihre politische Bedeutung,sprechen.
– am Donnerstag, 12.11.2026
– um 19:00 Uhr
– Im Saal der Vicelin-Gemeinde, Neumünster, Hinter der Kirche10
– Veranstalter: Friedensforum Neumünster – Zusammenarbeitsausschuss der Friedensbewegung Schleswig-Holstein (ZAA)
Der Einladungsflyer zur Veranstaltung in der Anlage 3.
2. Widerstand gegen Aufrüstung
2.1. IG BAU, 30.09.2026 Abrüstung wieder auf die Agenda
Gewerkschaft fordert klare Absage an Aufrüstungsspirale und Wehrpflicht – Rüstungsindustrie stärker kontrollieren
Die Welt wird unsicherer – doch die Antwort darauf darf nicht immer mehr Aufrüstung heißen. Auf dem 24. Ordentliche Gewerkschaftstag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Kassel fordert eine große Mehrheit der Delegierten eine klare politische Kehrtwende: Frieden, Abrüstung und Diplomatie statt einer immer schneller drehenden Aufrüstungsspirale. „Wir wollen keine Gesellschaft, die sich auf Krieg vorbereitet, sondern eine Gesellschaft, die Frieden möglich macht. Mehr Waffen und immer größere Rüstungsausgaben sind kein Selbstzweck. Sicherheit muss den Menschen dienen – und nicht den Profiten der Rüstungsindustrie“, lautet der Tenor.
,,Die IG BAU will sich künftig verstärkt für Frieden, Abrüstung und internationale Zusammenarbeit einsetzen. Dazu gehören Aufklärungsaktionen zum Antikriegstag am 1. September ebenso wie der Einsatz für eine neue globale Abrüstungs- und Sicherheitsarchitektur. Völkerrecht und Menschenrechte müssten Vorrang vor dem Recht des Stärkeren haben.,,Ein klares „Nein“ sagt die IG BAU auch zur Wehrpflicht. Gerade angesichts des Fachkräftemangels dürfe die junge Generation nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden. Wer einen Wehrdienst leisten wolle, müsse dies freiwillig tun können.,,Kritisch sieht die Gewerkschaft zudem die geplante Stationierung weitreichender US-Waffensysteme in Deutschland. Sie fordert eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer Politik, die Deutschland zunehmend zum Schauplatz einer militärischen Eskalation machen könne.Die IG BAU lehnt eine Wehrpflicht und eine immer weitergehende Aufrüstung ab. Rüstungsausgaben müssten sich am tatsächlichen Verteidigungsauftrag orientieren und demokratisch kontrolliert werden. Übergewinne der Rüstungsindustrie sollen besteuert werden.“
Die ganze Presseerklärung der IG BAU in der Anlage 4.
und hier: https://igbau.de/Die-Abruestung-muss-wieder-auf-die-politische-Agenda.html
2.2. Kriegsdienstverweigerung
Deutschlandfunk, 26.09.2026: Kriegsdienstverweigerer-Netzwerk mit neuem Friedenspreis geehrt
Das internationale Kriegsdienstverweigerer-Netzwerk Connection aus Offenbach hat den ersten Alternativen Westfälischen Friedenspreis erhalten. Der Verein setzt sich unter anderem für russische und ukrainische Kriegsdienstverweigerer und Deserteure ein.
https://www.deutschlandfunk.de/kriegsdienstverweigerer-netzwerk-mit-neuem-friedenspreis-geehrt-100.html
Zum Anstieg der Kriegsdienstverweigerung:
Tagesschau, 06.10.2026: Neuer Wehrdienst – Zahl der Kriegsdienstverweigerer stark angestiegen
https://www.tagesschau.de/inland/kriegsdienstverweigerer-124.html
Ein umfangreicher Bericht im Hamburger Abendblatt vom 06.10.2026:
„Kriegsdienstverweigerung steigt dramatisch“ – in der Anlage 5.
3. Aufrüstung
3.1. Rüstungskonversion – verkehrt
Immer mehr Industriestandorte, die bisher zivile Güter – Autos etc. – produziert haben, werden auf Rüstungsproduktion umgestellt. Im sächsischen Görlitz hat der Panzer-Hersteller KNDS eine ehemalige Straßenbahnfabrik übernommen, 400 der 700 Beschäftigten konnten bleiben. Als der Autozulieferer Continental seine Produktion im niedersächsischen Gifhorn einstellte, wechselte ein Teil der Belegschaft zu einer neuen Munitionsfabrik von Rheinmetall.
NDR, 08.09.2026: Rüstung statt Cabrios: Land will VW-Werk Osnabrück übernehmen
Dafür ist eine Zusammenarbeit mit Rafael Advanced Defense Systems angekündigt. Der Finanzinvestor ist Aurelius Capital – eine internationale Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in Israel.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/ruestung-statt-cabrios-land-will-vw-werk-osnabrueck-uebernehmen,vw-1490.html
3.2. Hafenausbau für Kriegsmarine
nd, 03.10.2026: Kriegstüchtige Häfen – In Bremerhaven wird Marine-Infrastruktur massiv ausgebaut, bei Emden soll sogar eigener Hafen für die Bundeswehr entstehen
Im sogenannten Operationsplan Deutschland (OPLAN) wird bereits in Friedenszeiten geplant und eingeübt, wie im Ernstfall schnellstmöglich bis zu 800.000 Soldat*innen mitsamt Gerät an die Grenzen Russlands verfrachtet werden können. Die militärische »Ertüchtigung« der Infrastruktur spielt dabei eine entscheidende Rolle, weshalb dafür inzwischen erhebliche Summen in die Hand genommen werden – und zwar aus dem EU-Haushalt, dem Verteidigungshaushalt und aus dem Infrastruktur-Sondervermögen. Betroffen sind nicht nur das Straßen- und Schienennetz, sondern auch die Häfen. Das lässt sich unter anderem an den Plänen für Bremerhaven ablesen.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1202924.militarisierung-kriegstuechtige-haefen.html
Trotz alledem:
Wir Gewerkschafter*innen setzen uns weiter ein für Frieden und Abrüstung!
Soweit mal wieder und viele Grüße
Reinhard Schwandt
ver.di Arbeitskreis Frieden, Hamburg
Quelle und weitere Infos: ver.di Arbeitskreis Frieden | Landesbezirk Hamburg