— DIE WAHRHEIT IST KONKRET — 70 Jahre »Kriegsfibel« – Das Buch für den Frieden / Brechts großes Anti-Kriegsbuch

Brechts »Kriegsfibel« ist das große Anti-Kriegs-Buch. Es erschien 1955, ein Jahr vor seinem Tod, zum ersten Mal in der DDR – im Eulenspiegel Verlag – und seither in vielen Ländern. Und es ist im siebzigsten Jahr seiner Erstpublikation so aktuell wie nie zuvor.

1938 hatte Bertolt Brecht – im Exil – begonnen, Zeitungsfotos zum Alltag der Soldaten und der Bevölkerung in Krieg und Faschismus zu sammeln und mit Epigrammen zu kommentieren, die hinter den banal aussehenden oder gar propagandistischen Bildern die Wahrheit des grausamen Krieges und des menschenverachtenden Faschismus erscheinen lassen sollten. Die zunächst auf schwarzem Karton begonnene Sammlung wuchs nach und nach an und stellte nach dem Krieg eine Übersicht der „Wahrheit hinter der Wirklichkeit“ über den Krieg dar.

Das Besondere des Einzelbandes besteht in der Bildgewalt, die im Zusammenspiel von Fotos und Versen entsteht. Die Verse sind nicht bloße Reihen von Vierzeilern, sie berühren den Betrachter förmlich.

»Nicht der entrinnt der Vergangenheit, der sie vergißt, sondern derjenige, der sich ihr stellt. Dieses Buch will die Kunst lehren, Bilder zu lesen.« (Ruth Berlau, erste Herausgeberin der »Kriegsfibel« im Vorwort)

In dieser neuen, inzwischen siebten Auflage erinnert Barbara Brecht-Schall an die Entstehung des Buches und daran, wie ihr Vater im dänischen Exil begann, Ausschnitte aus Zeitungen zu sammeln und diese Bilddokumente mit vierzeiligen Versen kommentierte.

Die Ausgabe enthält auch alle Bilder und Texte, die Brecht für die »Kriegsfibel« gesammelt hatte und die dann aus verschiedenen Gründen in der Erstausgabe fehlten. Die Fotos entnahm Brecht internationalen Zeitungen inklusiv den originalen Bildunterschriften.

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Hier die Möglichkeit, in die Kriegsfibel zu schauen:

Bertolt Brecht – Kriegsfibel-Eulenspiegel Verlag (1977) – Free download as PDF File (.pdf) or read online for free.

https://www.scribd.com/document/663587078/Bertolt-Brecht-Kriegsfibel-Eulenspiegel-Verlag-1977

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Wer einmal reingeschaut hat, weiß was damit gemeint ist: „Bilder lesen lernen“. Auch das Wort Fibel ist äußert passend, denn ums Lesenlernen geht es, um das Lesenlernen der Bilder. In jeder Fibel steckt die Aufforderung: Lerne!

Der Lernende entdeckt in diesen gröblichen und verwackelten Schwarzweißaufnahmen interessante Feinheiten, eine viel direktere, unversöhnliche Bilderwelt, als die perfekt bearbeiteten Fotos in den heutigen Medien.

Bertolt Brecht bietet den heute in die Kriegsfibel Schauenden mittels seiner Epigramme, den einfachen Vierzeilern, die abgerundete Aussage von Text und Bild.

Am bekanntesten aus der Kriegsfibel ist das Epigramm zur letzten Bildtafel (das Adolf Hitler bei einer Propagandarede zeigt):

Das da hätt einmal fast die Welt regiert.

/ Die Völker wurden seiner Herr. Jedoch

/ Ich wollte, dass ihr nicht schon triumphiert:

/ Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

 

Mit der Kriegsfibel ist es Bertolt Brecht gelungen, den Greueln mit Poesie zu begegnen und so das Auge des Betrachters auch für die Gegenwart zu schärfen. Das macht die Kriegsfibel so wertvoll.

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Barbara Brecht-Schall (Hrsg.), Bertolt Brecht

Kriegsfibel

208 Seiten, 25 x 30,5 cm, mit zahlr. Abb.. geb. mit Schutzumschlag

Buch 38,– €

ISBN 978-3-359-02211-4

»Kriegsfibel« erscheint im Eulenspiegel Verlag, einem Imprint der Eulenspiegel Verlagsgruppe

 

 

 

 

Bild und weitere Infos: https://www.eulenspiegel.com