Heute vor 50 Jahren fällte das Bundesverfassungsgericht seinen berühmten Radikalenbeschluss. Die Entscheidung drehte sich um die Frage, ob und wie der Staat gegen potenziell verfassungsfeindliche Beamt*innen bzw. Bewerber*innen für den Staatsdienst vorgehen kann. Sie ist bis heute prägend. Der Jahrestag bietet Anlass, die Entscheidung mit Blick auf ihre Aktualität kritisch zu hinterfragen. Drum prüfe, wer sich ewig bindet – 50 Jahre Radikalenbeschluss des Bundesverfassungsgerichts weiterlesen
Ein Land erstickt in unserer alten Kleidung
Was passiert eigentlich mit unserer getragenen Kleidung, wenn wir sie „spenden“? Oft geben wir sie an Organisationen weiter – in der Überzeugung, damit etwas Gutes zu tun. Schließlich kann sie so weiterverwendet werden, auch zu einem günstigen Preis. Doch nicht alles davon kann noch einmal genutzt werden. Es ist schlicht zu viel und allzu oft in einem schlechten Zustand. Wie unsere Altkleider Uganda belasten.
228.100 Tonnen Textilabfälle fallen in Österreich jährlich an. Dazu zählen Altkleider, gebrauchte Schuhe, Haus- und Heimtextilien. Etwa 17 Prozent werden wiederverwertet und recycelt. Ein Großteil wird verbrannt. Ein weiterer großer Teil exportiert – 2022 waren das 67.000 Tonnen Textilabfall. Wohin eigentlich, das bleibt oft unklar, mahnt der Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit Südwind. Ein Land erstickt in unserer alten Kleidung weiterlesen
Ursachen des „Fachkräftemangels“ sind systembedingt und hausgemacht (3) – Berufsberatung und Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)
Wenn in den Unternehmen irgendetwas nicht rund läuft, wird sofort auf den vorgeblichen „Fachkräftemangel“ verwiesen, man zuckt mit den Schultern, meint damit, da „kann man nichts machen“, als wäre das Problem mit der geringen Zahl an Fachleuten wie ein Naturereignis vom Himmel gefallen.
Auch stimmt die Lobhudelei über das Duale Ausbildungssystem in Deutschland schon lange nicht mehr, mehr noch, dieses System scheint wohl völlig gescheitert zu sein. Die einzige Lösung wird in der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland gesehen, doch die Ursachen des Mangels an Fachkräften sind systembedingt und hausgemacht. Wer meint, dass die Unternehmen nun ihre Ausbildungsanstrengungen steigern und auch die Bundesagentur für Arbeit ihre Vermittlung junger Menschen in die Berufsausbildung hinterfragen würden, der ist auf dem Holzweg.
In Deutschland sind aktuell und offiziell 47,5 Millionen Menschen erwerbstätig, so viele wie nie zuvor. Das entspricht einer Quote von 77 Prozent aller Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. 35 Millionen von ihnen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, doch arbeitet die Hälfte der erwerbstätigen Frauen, meist unfreiwillig, in unterbezahlter Teilzeit oder Minijobs. Dagegen sind 3,5 Millionen Menschen erwerbslos bzw. unterbeschäftigt bei 750.000 gemeldeten offenen Stellen.
Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitsproduktivität gesamtwirtschaftlich um gut ein Prozent, im verarbeitenden Gewerbe um drei Prozent und in der Autoindustrie um mehr als fünf Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl registrierter arbeitsloser Menschen auf knapp 2,8 Millionen, ebenso die Anzahl der ausschließlich geringfügig Entlohnten auf 4,25 Millionen.
Während die Unternehmen lautstark einen Fachkräftemangel beklagen, bleiben 2,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne eine abgeschlossene Ausbildung zurück. Ursachen des „Fachkräftemangels“ sind systembedingt und hausgemacht (3) – Berufsberatung und Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) weiterlesen
Wie Kl im Gaza-Krieg zum Massemordinstrument geworden ist: Die KI-Maschine
Von Yiival Abraham für +972 und Local Call
Künstliche Intelligenz (Kl) taugt nicht nur zur Erstellung lustiger Bilder oder nutzt beim Erschleichen akademischer Titel.
Sie ist auch ein Herrschaftsinstrument, ein technologischer Angriff, sowie ein entscheidender Baustein in der modernen Kriegsführung. Die Folgen können wir zum Beispiel im Krieg der israelischen Regierung gegen die Hamas beobachten. Die Israelische Armee (IDF) setzt Kl zur Auswahl von Zielen ein. Was sich so harmlos anhört, führt zu automatisiertem Töten und zu zehntausenden Toten in Gaza. Wir denken nicht, dass die IDF brutaler als andere kriegführende Armeen sind.
Sie sind einfach nur in der Lage auf dem neuesten Stand technologischer Entwicklung zu töten und Fortschritt in der Waffentechnologie hat schon immer auch eine effizientere Form des Tötens und der Vernichtung hervorgebracht. So ist es auch bei der Kopplung von Kl mit Bomben und Raketensystemen. Ausserdem hebelt die distanzierte Massentötung per Authorisierung durch die Kl jeden möglichen ethischen Widerspruch aus.
Wer das Inferno in Gaza verstehen will, kommt nicht daran vorbei, den Beitrag zu sehen, den der Einsatz Künstlicher Intelligenz dabei leistet. Diese Entwicklung wird nicht umkehrbar sein, solange die Rechenzentren von Militärs, Staaten und Konzernen funktionieren. Da sind wir uns sicher. Der folgende Text ist zuerst vom Guardian veröffentlicht worden und basiert auf Recherchen der israelischen Investigativ-Plattformen +972 undLocal Call. Wir haben ihn eigenmächtig gekürzt, weil er sonst zu lang wäre. Er durchbricht sprachlich und gedanklich nicht die militärische Logik. Das ist manchmal schwer erträglich. Wir denken aber, dass er sehr gut die Perversität militärischen Denkens und die Folgen Kl-basierter Kriegsführung verdeutlicht. Wie Kl im Gaza-Krieg zum Massemordinstrument geworden ist: Die KI-Maschine weiterlesen
Der Umbau der Auto- zur Mobilitätsindustrie – Kämpferische Rede auf der BMW Hauptversammlung
Rede von Tobi Rosswog an der Hauptversammlung von BMW über Konversion, Vergesellschaftung und der Umbau der Auto- zur Mobilitätsindustrie.
Liebe Susanne, lieber Stefan, lieber Oliver, liebe Freund*innen und Aktionär*innen von BMW, einen wunderschönen Tag!
Ich heisse Tobi Rosswog und komme aus der VerkehrsWendestadt Wolfsburg, die einige von euch noch als Autostadt bekannt sein mag.
Mit kämpferischen Kolleg*innen vom Band und aus dem Büro haben wir in den letzten Jahren über 100 bunte und spektakuläre Aktionen gemacht unter dem Motto “VW steht für VerkehrsWende”, um den automobilen Konsens aufzubrechen. Bisher war ich auf VW und Porsche Hauptversammlungen.
Heute bin ich bei BMW. Vielleicht steht das ja bald für die bayerischen Mobilitäts-Werke?
Ein Lob aber kurz vorweg, bevor es unbequem wird: Wir treffen uns heute nicht virtuell. Wir kommen zusammen und der Protest von Menschen kann ganz anders wirksam sein als im Online-Raum. Und ja… Viele mögen das zunächst nicht nachvollziehen, aber es regt doch zur Diskussion an. Und das ist doch wichtig.
Beginnen wir kurz mit der ökologischen Katastrophe: Der Umbau der Auto- zur Mobilitätsindustrie – Kämpferische Rede auf der BMW Hauptversammlung weiterlesen
Neue Impulse für die Bewegung gegen Krieg und Militarismus
Es sind neue Initiativen gegen den Krieg entstanden, die nicht die Regierungen zu Verhandlungen, sondern die Arbeiter zum Verweigern der Rüstungsproduktion aufrufen.
„Kein Rheinmetall im Wedding“ lautete das Motto einer Demonstration, zu der am 10. Mai zahlreiche linke Gruppen aufgerufen haben. Es waren über 1800 Menschen gekommen. Sie protestierten dagegen, dass in dem Berliner Stadtteil in einem Pierburg-Werk, das bisher Autoersatzteile produziert hat, demnächst als Filiale des Rheinmetall-Konzerns Munitionshülsen hergestellt werden sollen. Doch da ist das Werk im Wedding keine Ausnahme. Im Zuge der militaristischen Zeitenwende soll an verschiedenen Standorten die Produktion von Zivil- auf Rüstungsgüter umgestellt werden. Dabei hatten sich Rüstungsgegner über viele Jahre für das Gegenteil eingesetzt. Sie warben dafür dass statt Panzer, Waffen oder U-Booten zivile Güter hergestellt werden, beispielsweise Bahnen und Busse. Neue Impulse für die Bewegung gegen Krieg und Militarismus weiterlesen
Die Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) will seit 2009 die typisch weibliche Sorgearbeit bzw. das Berufsbild im Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten – auch 2025, nach vier Versuchen, ist das Ergebnis erbärmlich
Die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst (BTK öD) hat am 12. Mai 2025 dem am 6. April erzielten Tarifergebnis für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen mehrheitlich zugestimmt und damit tritt der Tarifvertrag in Kraft.
In einer Mitgliederbefragung hatten sich zuvor 52,2 Prozent für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. An dieser Mitgliederbefragung vom 10. April bis 9. Mai 2025 beteiligten sich 24,1 Prozent der ver.di-Mitglieder, für die das Tarifergebnis gilt.
Der Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 27 Monaten bis zum 31. März 2027 sieht unter anderem folgende Regelungen vor: Die Beschäftigten von Bund und Kommunen bekommen insgesamt eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent in zwei Schritten. Rückwirkend zum 1. April gibt es 3 Prozent mehr, mindestens aber 110 Euro im Monat. Ab dem 1. Mai 2026 steigen die Löhne dann um weitere 2,8 Prozent. Für Auszubildende beträgt die Erhöhung jeweils 75 Euro.
Die Schicht- und Wechselschichtzulagen werden verdoppelt, zudem wird das sogenannte 13. Monatsgehalt erhöht. Ab 2026 können Beschäftigte Teile dieser Jahressonderzahlung gegen bis zu 3 zusätzliche freie Tage eintauschen. Außerdem gibt es ab 2027 einen zusätzlichen Urlaubstag.
Eine fatale Zäsur ist bei diesem Tarifergebnis, dass nun freiwillig und auf maximal anderthalb Jahre befristet, es die Möglichkeit geben soll, die wöchentliche Arbeitszeit auf 42 Stunden zu erhöhen.
Von der Aufwertung der typisch weiblichen Sorgearbeit bzw. das Berufsbild im Sozial- und Erziehungsdienst zu verbessern, ist auch 2025, nach vier vorgeblichen Versuchen, keine Rede mehr. So bleibt die unhaltbare Arbeitssituation im Sozial- und Erziehungsdienst weiterhin in Stein gemeißelt. Die Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) will seit 2009 die typisch weibliche Sorgearbeit bzw. das Berufsbild im Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten – auch 2025, nach vier Versuchen, ist das Ergebnis erbärmlich weiterlesen
KONVERSION PERVERS
Schwerter zu Pflugscharen! – diese Parole der Friedensbewegung der 1980er Jahre war – nach anfänglichem erheblichem ´Fremdeln´- spätestens auch ab 1983 ein gewerkschaftliches Kampfmotto, insbesondere der IG Metall. Damals stand die Rüstungskonversion im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Kämpfe – heute ist davon in der konkreten gewerkschaftlichen Betriebsarbeit nicht mehr viel übrig! In Görlitz wird der traditionsreiche Waggonbau zugunsten der Panzerproduktion begraben – und die IG Metall klatscht Beifall.
Das ist eine gewerkschaftliche Zeitenwende, die sich als ´Rechts schwenkt, Marsch!´ zum Burgfrieden selbst als Kapitulation vor der Logik des Krieges und den Profitinteressen des Militärisch-Industriellen-Komplexes entlarvt – jenseits aller eigenen gewerkschaftlichen Prinzipien und Beschlusslagen!
Was in den 1980er, 1990er und selbst bis Mitte der 2000er Jahre ein zentraler Bestandteil gewerkschaftlicher Kämpfe war – der Widerstand gegen weltweite Kriege, Militarismus und die Kriegsindustrie – wird heute von vielen Betriebsräten und Gewerkschaftsvertreter*innen unter dem Motto „Arbeitsplatzsicherung – egal wie!“ aktiv verraten und im wahrsten Sinne des Wortes ´meistbietend verkauft´- so wie jetzt in Görlitz. Dass aus der traditionsreichen Fertigung von Schienenfahrzeugen nun Teile für den Radpanzer Boxer hervorgehen, scheint für die zuständigen IG Metall-Repräsentantinnen kein Problem mehr zu sein. Dieselbe Gewerkschaft, die sich noch 2019 für die Umstellung von Rüstungsbetrieben auf zivile Produktion starkmachte, segnet nun den umgekehrten Weg ab. Verrat am Frieden – Verrat an der eigenen Beschlusslage und den eigenen Mitgliedern!…
Die Annäherung der DGB-Gewerkschaften an die Friedensbewegung in den 1980er Jahren war ein mühsamer und konfliktbeladener Prozess. … KONVERSION PERVERS weiterlesen
VKG: Widerstand gegen die Merz-Regierung organisieren! Online-Treffen am 16. Mai
Die kommende Regierung plant heftige Angriffe auf die Beschäftigten und Erwerbslosen, auch wenn sie zugleich bemüht ist, diese noch zu kaschieren. Manche Angriffsziele wie das Arbeitszeitgesetz, das Bürgergeld und die Pflegeversicherung haben sie schon konkret benannt. Von Seiten der Unternehmerverbände, der einschlägigen Medien und auch aus den Regierungsparteien selbst kommen aber zahllose weitere Forderungen, die sie für nötig haben um ihre „Zeitenwende“ durchzusetzen.
Der 8-Stunden-Tag, den sie beseitigen wollen, ist vor über hundert Jahren im Rahmen einer Revolution erkämpft worden.
Der Angriff auf das Asylrecht und die Migrant:innen soll die Klasse spalten und geht einher mit den Angriffen auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie weiteren Einschnitten beim Streikrecht.
Das milliardenschwere Aufrüstungsprogramm wird durch die Angriffe auf soziale Errungenschaften, das Gesundheits- und Bildungswesen und auf unsere Reallöhne finanziert. Die gefeierten „Infrastruktur-Investitionen“ sind nur deshalb nötig, weil schon in den letzten Jahren mehr Geld in Rüstung gesteckt wurde statt in Infrastruktur und diese kriegstauglich gemacht werden soll.
Wenn der DGB „klare Perspektiven für Beschäftigte und Wachstum“ im Koalitionsvertrag sieht, sowie davon spricht, gewerkschaftliche Forderungen seien endlich erhört worden, bedeutet das gefährliche Augenwischerei. VKG: Widerstand gegen die Merz-Regierung organisieren! Online-Treffen am 16. Mai weiterlesen
Gewerkschaft und ihre Mitglieder
Für Gewerkschaften gibt es nichts wichtigeres als Mitglieder. Wenn sie die Unternehmen nicht mit Mitgliedern beeindrucken können, können sie sie auch nicht mit Streikdrohungen erschrecken. Wer nicht einmal mit Streiks drohen kann, der braucht an den Tischen der Tarifverhandlungen gar nicht erst Platz zu nehmen.
Immer zum Jahreswechsel bilanzieren die Gewerkschaften die Entwicklung ihrer Mitgliederzahl. Die acht Mitgliedsgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind dabei sehr genau. Mal aus Eigeninitiative, mal auf Nachfrage teilen sie aufs Mitglied genau den Stand mit.
Zur Jahrtausendwende hatte der DGB noch knapp 7,8 Millionen Mitglieder. 17 Jahre später rutschte die Zahl der Mitglieder in den DGB-Gewerkschaften erstmals unter die sechs Millionen Grenze.
Ende des Jahres 2024 waren im DGB insgesamt 5.578.915 Menschen organisiert, das entspricht einem deutlichen Mitglieder-Minus von 1,5 Prozent und damit wurde der negative Mitgliedertrend der Jahre vor 2023 wieder aufgenommen.
Der DGB schiebt gebetsmühlenartig den Mitgliederschwund auf die demografische Entwicklung, bei der mehr Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, als in die Gewerkschaft eintreten. Doch diese Sichtweise ist mehr als kurzsichtig, die Gründe sind vielfältiger und durch den DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften auch hausgemacht. Gewerkschaft und ihre Mitglieder weiterlesen
„Am 9. Mai um 17.00 – ist es Zeit, ein Zeichen für die friedliche Zukunft Europas zu setzen!
Wenn die EU und ihre nationalen Regierungen uns in einen Krieg gegen Russland führen wollen, verraten sie alle europäischen Grundprinzipien von Frieden, Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung! Daher nehmen wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, die Zukunft dieses wunderbaren Kontinents selbst in die Hand! Wir starten hiermit das European Peace Project. Am 9.Mai 2025 um 17 Uhr lasst uns alle gemeinsam zeitgleich in allen Ländern auf den europäischen Kontinent und in allen europäischen Sprachen mit einem performativen Sprechakt aus unseren Fenstern, auf unseren Balkonen und auf unseren Plätzen den FRIEDEN ausrufen! Danach lasst uns feiern! „Am 9. Mai um 17.00 – ist es Zeit, ein Zeichen für die friedliche Zukunft Europas zu setzen! weiterlesen
Blackout in Spanien — ein von Spekulationen und Lügen verdecktes Warnzeichen
Wie jedes ungewöhnliche Ereignis von einer gewissen Relevanz ist auch der spanische Stromausfall vom 28. April, der (mittlerweile) unkontrollierbaren Flut der Massenkommunikation zum Opfer gefallen.
Nahezu alles darüber wurde zunächst von den Medien verbreitet, falsch oder verfälscht mit dem Ergebnis einer derartigen Konfusion, dass der tatsächliche Ablauf – soweit er überhaupt irgendwann nachgewiesen wurde – keine Bedeutung mehr hatte. Aber der Reihe nach.
Der Ausfall war vor allem kein totaler, wie beim italienischen Blackout von 2003, bei dem sämtliche Generatoren getrennt wurden und einzeln neu gestartet werden mussten. Das beweist der erheblich kürzere Zeitraum bis zur Wiederherstellung des spanischen Netzes gegenüber dem von 2003 in Italien.
Hinsichtlich der Ursachen war die Rede von angeblichen atmosphärischen Extremsituationen, von Unterbrechung der Stromlieferung aus Frankreich (insbesondere von einem großen Atomkraftwerk), von der Anfälligkeit des europäischen Netzes, in das Spanien (wegen seiner geographischen Lage) nicht voll integriert sei, und natürlich von einem Angriff der notorischen russischen Hacker.
Lassen wir das Gerede vom Hackerangriff und den Wetterstörungen beiseite und schauen die über das europäische Netz verbreiteten Behauptungen genauer an. Blackout in Spanien — ein von Spekulationen und Lügen verdecktes Warnzeichen weiterlesen
Ursachen des „Fachkräftemangels“ sind systembedingt und hausgemacht (2) – 2024 bildeten nur knapp 19 Prozent aller Betriebe aus
Wenn in den Unternehmen irgendetwas nicht rund läuft, wird sofort auf den vorgeblichen „Fachkräftemangel“ verwiesen, man zuckt mit den Schultern, meint damit, da „kann man nichts machen“, als wäre das Problem mit der geringen Zahl an Fachleuten wie ein Naturereignis vom Himmel gefallen.
Auch stimmt die Lobhudelei über das Duale Ausbildungssystem in Deutschland schon lange nicht mehr, mehr noch, dieses System scheint wohl völlig gescheitert zu sein. Die einzige Lösung wird in der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland gesehen, doch die Ursachen des Mangels an Fachkräften sind systembedingt und hausgemacht.
Wer meint, dass die Unternehmen nun ihre Ausbildungsanstrengungen steigern und auch die Bundesagentur für Arbeit ihre Vermittlung junger Menschen in die Berufsausbildung hinterfragen würden, der ist auf dem Holzweg. Ursachen des „Fachkräftemangels“ sind systembedingt und hausgemacht (2) – 2024 bildeten nur knapp 19 Prozent aller Betriebe aus weiterlesen
Kampf fürs Kapital: IG Metall und IG BCE verstehen die Wahrnehmung von Arbeiterrechten stets vor dem Hintergrund des Erfolgs der deutschen Wirtschaft. Eine Kritik
Wenn 80.000 Gewerkschafter im Rahmen eines Aktionstages auf die Straße gehen, schlägt manchem Linken das Herz höher. Obwohl bei näherem Hinsehen gleich klar war, dass »es bei den erwartbaren Appellen an Union und SPD« bleibt und die sozialen Widersprüche »im nationalen Taumel untergehen«.¹ Den Leitmedien ist ein solcher Auflauf allenfalls eine Randnotiz wert, können sie sich doch sicher sein, dass davon keine Störung der öffentlichen Ordnung oder des sozialen Friedens ausgeht.
Insofern ist das schon ein seltsamer Protest, der da halbwegs massenhaft auf die Straße getragen wurde. Schließlich wandten sich die Gewerkschafter nicht gegen ihre »Arbeitgeber«, sondern demonstrierten für den Erfolg Deutschlands als Industrienation. Kampf fürs Kapital: IG Metall und IG BCE verstehen die Wahrnehmung von Arbeiterrechten stets vor dem Hintergrund des Erfolgs der deutschen Wirtschaft. Eine Kritik weiterlesen
Die Produktionsmittel in die Hand der Produzenten! Neueditionen zum Rätekommunismus
Über den Rätekommunismus, der vor längerer Zeit eine Rolle in der Arbeiterbewegung spielte, wird wieder diskutiert, nachdem zuletzt die 68er-Bewegung eine Wiederbelebung versucht hatte. Auch sind seit Beginn der neuen Militarisierungsphase in Deutschland und Europa einige Schriften publiziert worden, die einen dissidenten Standpunkt aus der Arbeiterbewegung – sei es zum Ersten oder zum beginnenden Dritten Weltkrieg – in Erinnerung rufen.
Der Rätekommunismus, der das Erbe von Marx und Engels gegen Reformismus und Revisionismus bewahren wollte, stößt heute dort auf Interesse, wo es nicht bloß um die Verirrungen des Neoliberalismus, sondern um eine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise selbst geht. Er wird weniger als ein politisches Programm propagiert, soll vielmehr Anregungen geben, klassische Fehler der Arbeiterbewegung zu vermeiden. Die Produktionsmittel in die Hand der Produzenten! Neueditionen zum Rätekommunismus weiterlesen






