ver.di-Arbeitskreis Frieden – Rundbrief 8/2026 – 25 Jahre NSU-Mord in Hamburg – Methfesselfest – Friedenskonferenzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei zu einigen Veranstaltungen.

1. 25. Jahrestag des NSU-Mordes an Süleyman Taşköprü

1.1. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft auf:

Kundgebung am 30. Juni – Übergabe NSU-Ermittlungsakten 

Vor 25 Jahren, am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Taşköprü in seinem Ladengeschäft in der Schützenstraße in Hamburg-Altona von der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ umgebracht. Er ist einer von zehn Mordopfern des NSU. Erst durch die unfreiwillige Selbstenttarnung des rechtsextremen Netzwerks 2011 endeten die institutionell rassistischen Mordermittlungen.
    Kundgebung am 30. Juni

        –  am Dienstag, 30. Juni 2026
        –  um 17:00 Uhr
        –  auf dem Rathausmarkt  

Wenn wir heute an Süleyman Taşköprü denken, erinnern wir daran, dass gegen Familie Taşköprü während der  Ermittlung selbst als „Täter“ im Rahmen vermeintlicher Organisierter Kriminalität ermittelt wurde. Das war beschämend, demütigend und rassistisch und kein Hamburger Einzelfall.
Die Angehörigen der rassistischen Morde sind mehrfach schwer geschädigt worden: durch den Verlust ihrer Liebsten, durch Stigmatisierung, durch Täter-Opfer-Umkehr und durch das Versagen der Sicherheitsbehörden, den staatlichen und institutionellen Rassismus.

Auch im Gedenken nach 25 Jahren setzt es sich so fort. Die Familie wird wieder übergangen, über ihren Kopf hinweg sollte ein Gedenken organisiert werden. Auch an sie denken wir. Ihr Wunsch ist Aufklärung, Verarbeitung und Anerkennung des zugefügten Unrechts und ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss (PUA).

Weitere Infos des Hamburger Bündnisses gegen Rechts:
https://www.hbgr.org/25-jahrestag-des-nsu-mords-an-sueleyman-taskoeprue/

Der Flyer zur Kundgebung in der Anlage 1.

1.2. Der fehlende Untersuchungsausschuss

jungle world vom 25.06.2026: 25. Jahrestag des NSU-Mordes an Süleyman Taşköprü – Der fehlende Untersuchungsausschuss – Hintergrund von Gaston Kirsche:

Bis heute ist Hamburg das einzige Bundesland, in dem der NSU gemordet,hat und in dem es dazu keinen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss gab. Nicht nur Taşköprüs Angehörige kritisieren das scharf.

Christiane Schneider: »Die Grünen hatten zunächst Bereitschaft zu einem PUA signalisiert, sind unter dem Druck der SPD jedoch eingeknickt. ( . . . ) Die Hamburger SPD-Fraktion habe, »anders als die SPD-Bundestagsfraktion«, von Anfang an einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss verhindern wollen.  Sie könne sich den »beinharten Einsatz gegen einen PUA« der SPD in der Bürgerschaft nur mit »absoluter Devotheit gegenüber der Polizeiführung erklären«, so Christiane Schneider. Sie ist außerdem überzeugt: »Der Verfassungsschutz hat in der Bürgerschaft den Ahnungslosen gegeben, es gibt aber Anlass zu der Annahme, dass das Amt sehr viel mehr gewusst hat, als es zugab.« In dem Fall hätte der Verfassungsschutz ihr zufolge »allen Grund« gehabt, »die Aufklärung zu verhindern und die SPD entsprechend unter Druck zu setzen«.

Die ganze Untersuchung / Reportage:
https://jungle.world/artikel/2026/26/hamburg-nsu-mord-suleyman-taskopru-der-fehlende-untersuchungsausschuss

1.3. Die Tagesschau berichtet am 27.06.2026: Hamburgs Sonderweg bei der NSU-Aufarbeitung
Vor 25 Jahren wurde Süleyman Taşköprü vom NSU in Hamburg ermordet. Anders als in anderen Bundesländern gab es hier aber keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Für die Angehörigen bleiben drängende Fragen.
https://www.tagesschau.de/inland/nsu-aufarbeitung-hamburg-100.html

1.4. Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU 

Eine Ausstellung von Regina Schmeken,15.10.2025 – 06.07.2026

Seit Oktober 2025 und bis zum 6. Juli 2026 ist diese Ausstellung im Altonaer Museum zu sehen:

Süleyman Taşköprü wurde am 27. Juni 2001 in seinem Lebensmittelladen in der Schützenstraße in Altona von zwei Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Er war eines von zehn Todesopfern einer brutalen Anschlagsserie, die zwischen 2000 und 2007 in acht deutschen Städten von Mitgliedern des NSU verübt wurde. Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung sowie eine Polizistin. Bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU in Köln gab es zudem viele Verletzte und Schwerverletzte. Die Verbrechen, die von den Ermittlungsbehörden lange nicht als rechter Terror identifiziert wurden, beschädigten das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland tiefgreifend.
Die Künstlerin Regina Schmeken besuchte 2013 und 2015/2016 die Tatorte des NSU. Ihre großformatigen Schwarzweißaufnahmen zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt inmitten deutscher Städte.
https://www.shmh.de/ausstellungen/standort/altonaer-museum/aktuell/

2. Methfesselfest


Das Methfesselfest findet statt:

 – am Freitag, 3. Juli, ab 16:30 Uhr
– und am Samstag, 4. Juli 2026, ab 13:00 Uhr
        – auf dem Else-Rauch-Platz
20255 Hamburg-Eimsbüttel

Das Programm mit allen Infos:
https://methfesselfest.de/2026-programm/

3. Friedenskonferenzen

3.1. Gewerkschaftskonferenz am 24. und 25. Juli 2026: Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg
Die 4. Gewerkschaftskonferenz für den Frieden findet vom 24. bis 25. Juli 2026 in der Kolping-Akademie in Würzburg statt. Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) in Kooperation mit der IG Metall Würzburg ausgerichtete Veranstaltung steht unter dem Motto: Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg.
https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/9ZJYM/den-frieden-gewinnen-nicht-den-krieg?cHash=45e3d7e2a1708d585fe3746b8b7d7cea

3.2. Internationale Antikriegskonferenz am 20. Juni 2026 in London – Auswertung

Bericht von Jörg Kronauer in der jW, 24.06.2026:
Internationale Friedensbewegung – »Frieden ist eine Klassenfrage«
London: Auf einer internationalen Antikriegskonferenz wurde der Zusammenhang zwischen dem Widerstand gegen soziale Kürzungen und Militarisierung betont.
Mit annähernd 3.000 Konferenzteilnehmern war die Central Hall Westminster, in der sich schon 1914 Suffragetten getroffen hatten und in der 1946 die erste UN-Generalversammlung zusammengekommen war, voll ausgebucht. Die Konferenz war bereits die zweite ihrer Art. Die erste hatte am 5. Oktober 2025 mit mehr als 4.000 Teilnehmern im Dôme de Paris im Südwesten der französischen Hauptstadt stattgefunden. Nun waren Kriegsgegner aus 28 Ländern in die britische Hauptstadt gekommen, mehrere hundert aus Frankreich, über hundert aus Spanien sowie vier Dutzend aus Deutschland.

Der ganze Bericht:
https://www.jungewelt.de/artikel/524836.internationale-friedensbewegung-frieden-ist-eine-klassenfrage.html

Jörn Rieken (Vorstandsmitglied IG BAU Berlin
) auf der Friedenskonferenz Berlin am 30.05.2026 zur Vorbereitung der Londoner Europäischen Friedenskonferenz:
Kriegsvorbereitung nach außen heißt sozialer Krieg nach innen!
„Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Wandel. Unter dem Schlagwort der ‚Kriegstüchtigkeit‘ wird die größte Aufrüstung der Bundesrepublik seit dem Ende des Kalten Krieges vorbereitet. Für uns als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter stellt sich deshalb die Frage: Wer profitiert davon? Wer bezahlt dafür? Und welche Folgen hat dieser Kurs für Beschäftigte, Sozialstaat und Demokratie? ( . . . )
Die ganze Rede:
https://www.pressenza.com/de/2026/06/kriegsvorbereitung-nach-aussen-heisst-sozialer-krieg-nach-innen/

4. Ohlsdorfer Friedensfest

–  vom 18. Juli bis 2. August 2026
–  auf dem Ohlsdorfer Friedhof

–  am Mahnmal für die Bombenopfer
(Kriegsgräberstätte Bombenopfer)
22337 Hamburg

4.1. ver.di-Veranstaltung auf dem Ohlsdorfer Friedensfest am 19. Juli 2026:

Der Arbeitskreis AntiRassismus in ver.di Hamburg gestaltet jedes Jahr einen Tag des Ohlsdorfer Friedensfestes, bei dem unter anderem Biografien von Frauen aus dem Widerstand gegen das NS-Regime vorgestellt werden.
Die Veranstaltung in diesem Jahr:

ver.di-Infos zum Ohlsdorfer Friedensfest:
https://hamburg.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++dcacc454-5a92-11f1-8348-67d5984367b7

4.2. Programm

Das ganze Programm des Ohlsdorfer Friedensfestes in der Anlage 2.

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Soweit mal wieder und viele Grüße

Reinhard Schwandt
ver.di-Arbeitskreis Frieden, Hamburg

 

Alle Anhänge als ZIP-Datei herunterladen

2026-06-30 Flyer_HBgR_Flyer_Kundgebung_Akten_SueleymanTaskoeprue.pdf

2.2 MB

Ohlsdorfer Friedensfest_2026_Programm.pdf

1.2 MB

 

 

 

 

 

Quelle und weitere Infos: ver.di Arbeitskreis Frieden | Landesbezirk Hamburg