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Gegen den Mainstream: „Das Argument“ startet neu

Von Johannes Schillo

Seit dem Adenauerstaat hatte die westdeutsche Linke zwei Printmedien, mit denen sie gegen den offiziellen Betrieb eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen versuchte: das 1957 aus einem Studentenblatt hervorgegangene Magazin „Konkret“ und das 1959 gegründete „Argument“, eine marxistisch-philosophisch orientierte Theoriezeitschrift.

Beide Projekte kamen Anfang 2026 an ein Ende. „Konkret“ – seinerzeit berühmt durch die Kolumnistin Ulrike Meinhof, deren „Brief an Farah Diba“ Renate Dillmann kürzlich wieder in Erinnerung rief – sorgte jahrzehntelang dank SED-Sponsoring für Pluralität im gleichgeschalteten westdeutschen Pressewesen und verstand sich zuletzt als einzige linke Publikumszeitschrift, musste aber aus Kostengründen Ende 2025 die Veröffentlichung einer gedruckten Version einstellen. Seitdem erscheint das Blatt nur noch als E-Paper. „Das Argument – Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaft“, hervorgegangen aus Protesten gegen die atomare Bewaffnung der BRD, kursierte zunächst auch in studentischen Kreisen und wurde von Anfang an von Wolfgang Fritz Haug (heute emeritierter Philosophieprofessor der Freien Universität Berlin) herausgegeben. Mit der zuletzt erschienenen Nr. 343 wurde die Zeitschrift 2025 in der bestehenden Form eingestellt, aber dann unter Leitung von Lukas Meisner mit neuer Redaktion und Konzeption wieder gestartet, so dass jetzt im Januar 2026 die Nr. 344 vorgelegt werden konnte. Gegen den Mainstream: „Das Argument“ startet neu weiterlesen