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Was leistet die Gegenöffentlichkeit?

Von A wie Arbeitsplatz bis W wie Wirtschaft liest ein oppositionelles Lexikon die öffentliche Meinung, die in der BRD herrscht, gegen den Strich. Eine Rezension.

Von Johannes Schillo.

Wenn man einmal die „Meinungsfreiheit, Marke BRD, Stand 2026“ unvoreingenommen unter die Lupe nimmt, stößt man gleich darauf, dass in unserer hochgeschätzten liberalen Demokratie mittlerweile ein breites Spektrum repressiver Maßnahmen zum Einsatz kommt – von Sanktionen auf EU-Ebene über die geheimdienstliche Überwachung einer linken Tageszeitung bis zur Wiederbelebung der Berufsverbote, um die sich eine Stadtverwaltung im Bundesland Sachsen kümmert. In der BRD ist das natürlich nichts Neues, schon immer kämpfte hier eine linke Gegenöffentlichkeit darum, gegen den Mainstream abweichende Meinungen zu Gehör zu bringen. In der Adenauerära konnte allein dank des SED-Sponserings die linke Zeitschrift „Konkret“ für etwas Pluralismus im bundesrepublikanischen Blätterwald sorgen; während der 68er-Bewegung entstanden verschiedene Infodienste für unterdrückte Nachrichten (wovon letztlich nur die taz übrig blieb); und mit der späteren Anti-AKW- und Friedensbewegung kamen umfangreiche Bemühungen auf, Gegenwissen gegen das herrschende Expertentum zu erarbeiten und über oppositionelle Kanäle zu verbreiten.

Jetzt hat Björn Hendrig (Pseudonym eines Fachmanns für journalistische Ausbildung) eine Art Lexikon vorgelegt, das in dieser oppositionellen Tradition steht. „Gegen die öffentliche Meinung“ lautet der programmatische Titel. Das Buch, das Texte der Jahre 2020ff aus den Online-Magazinen Telepolis und Overton zugänglich macht (dort finden sich auch weitere Beiträge des Autors), will „gängige Erklärungen von A wie Arbeitsplatz über K wie Krieg bis W wie Wirtschaft“ unter die Lupe nehmen. Was leistet die Gegenöffentlichkeit? weiterlesen →