Ein Bauarbeiter ist Anfang Juni 2026 bei Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus in der Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg ums Leben gekommen. Statt den Notruf zu wählen, transportierten Unbekannte den bereits Verstorbenen quer durch die Stadt nach Hamburg-Rissen und legten ihn dort in einem Waldstück ab. Als Passantinnen den 27-Jährigen am 11. Juni in dem Waldstück fanden, entstand zunächst der Verdacht, dass er durch äußere Gewalteinwirkung verstorben sein könnte, eine Mordkommission übernahm den Fall.
Die Polizei identifizierte den Toten als einen 27-jährigen ägyptischen Staatsangehörigen und veröffentlichte sein Foto, um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Dann ergaben die Ermittlungen, dass der Mann nicht durch ein Verbrechen starb, sondern bei einem Arbeitsunfall. Er erlitt bei den Abrissarbeiten schwerste Verletzungen und verstarb.
Mittlerweile liegt der Fall nicht mehr bei der Mordkommission, sondern bei der Fachdienststelle für Arbeitsunfälle im Landeskriminalamt. Laut einem Bericht des NDR ermittelt das Landeskriminalamt auch, ob sich der Mann illegal in Deutschland aufhielt und schwarz auf der Baustelle arbeitete.
Die Baustelle ist nach wie vor der gefährlichste Arbeitsplatz in Deutschland, dort gab es im Jahr 2024 insgesamt 91.813 registrierte Arbeitsunfälle und regelmäßig kommt es zu Todesfällen. Nach Informationen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kamen im vergangenen Jahr offiziell 78 Bau-Beschäftigte bei ihrer Arbeit ums Leben. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich durch Abstürze, dabei sind kleinere Baubetriebe mit bis zu neun Beschäftigten am meisten von den Unfällen betroffen. Missstände auf dem Bau führen immer wieder zu tödlichen Arbeitsunfällen weiterlesen