Fast vier Jahre nach der Eskalation des ukrainischen Krieges, dem andauern des Genozids in Palästina, der fortschreitenden Kriegs-, Flucht und Hungereskalation auf dem Afrikanischen Kontinent und der akuten US-imperialistischen Zuspitzung, gegen Venezuela, Kolumbien, Kuba und China, fast vier Jahre nach der ausgerufenen »Zeitenwende«, ein halbes Jahr nach der kanzleroffiziell staatsräsonablen Umdeutung von Angriffskrieg in „erforderliche Drecksarbeit“ [1] und mitten in einer beschleunigten Militarisierung aller gesellschaftlichen Bereiche zeigt sich ein widersprüchliches Bild.
Kriegspolitik, Aufrüstung und aktive Kriegsvorbereitung stoßen keineswegs auf allgemeine Akzeptanz. Schulstreiks gegen die Wiedereinführung des Kriegsdienstes und sozialer Zwangsdienste, die anhaltenden Massenmobilisierungen gegen den israelischen Krieg in Gaza und Nahost oder punktuelle Proteste gegen Waffenlieferungen belegen, dass sogar im ansonsten kriegsbesoffenen Deutschland gesellschaftliche Gegenwehr möglich ist. Zugleich aber gelingt es bislang kaum, diese Mobilisierungskraft in eine dauerhafte politische Wirksamkeit zu übersetzen. Die Proteste bleiben thematisch fragmentiert, zeitlich begrenzt und strategisch unverbunden – während Aufrüstung, Militarisierung, Kriegsvorbereitung, Sozialabbau und Grundrechtseinschränkung kontinuierlich in allen gesellschaftlichen Bereichen systematisch und zunehmend beschleunigt vorangetrieben werden.
Die Aufforderung zu einer strategischen Klärung der Antikriegsbewegung kommt daher nicht zufällig. Der Hauptfeind steht nach wie vor im eigenen Land: Zwischen Mobilisierung, Konfliktfähigkeit und Gegenmacht – Ein Beitrag zur Strategiedebatte in der ´Friedensbewegung´ weiterlesen














