Georg Auernheimer hat jüngst in der „Hintergrund-Buchreihe“ den provokativen Titel „Der Genozid in Palästina“ vorgelegt, der sich dem üblichen deutschen Blickwinkel auf den „Nahostkonflikt“ versagt. Eine Rezension.
Von Johannes Schillo
Das letzte Datum, auf das sich die Veröffentlichung des Buchs bezieht, ist der Beginn des neuesten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs vom 28. Februar 2026, den die USA und Israel gegen die islamische Republik Iran führen.
Georg Auernheimer, ehemaliger Hochschullehrer mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Studien, sieht darin einen Sieg der „militärischen Logik“, der nicht nur die Region betrifft, sondern die weltpolitische Militarisierung und Brutalisierung insgesamt vorantreibt: „Absolut entgrenzte Gewalt gewinnt die Oberhand“ (S. 7). Dazu passt die bemerkenswerte Reaktion – oder auch Nicht-Reaktion – der deutschen Politik, die vor allem darunter leidet, dass sie in dem aktuellen Konflikt nichts zu vermelden hat (Merz: Wir wurden nicht gefragt). Was übrigens nicht heißt, dass sie eine neutrale Rolle spielt oder gespielt hat. Die BRD „hat den Weg in die Katastrophe geebnet“ (S. 10), hält Auernheimer vielmehr fest. Im Fokus: Streitfall Palästina weiterlesen