Alle Beiträge von LN-Redaktion

Der Deutsche Gewerkschaftsbund, seine Mitgliedsgewerkschaften und die Leiharbeit

Am 21. Juni 1972 beschloss der Deutsche Bundestag das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) einstimmig, bis zu dem Tag war Leiharbeit in Deutschland verboten. Doch es war nicht das Parlament, das die Lawine Leiharbeit ins Rollen brachte, sondern wie so oft in Deutschland, wenn es ums Arbeitsrecht geht, sind die Gerichte maßgeblich.

Im Fall der Leiharbeit war es das Bundesverfassungsgericht (BVG), das bereits am 4. 4.1967 die Arbeitnehmerüberlassung legalisierte und das Verbot der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung aufhob. Allen Ernstes vertrat das höchste Gericht die Ansicht, starke Regeln, die die Leiharbeit einhegen, würden den Leiharbeitsfirmen das Grundrecht auf Berufsfreiheit einschränken, auch weil „kaum eine Lebenserfahrung“ es hergäbe, dass in den Unternehmen über längere Zeit, fremde Beschäftigte arbeiten würden. Eine ziemlich weltfremde Lebenserfahrung des Gerichts, denn schon damals wurden Leiharbeitskräfte über einen längeren Zeitraum beschäftigt.

Mit diesem Freibrief im Rücken und mit Hilfe der „Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010“ der Schröder–Regierung Anfang des Jahrhunderts, bekam die Leiharbeit unglaublichen Aufwind.

Und die Gewerkschaften? Sie waren und sind maßgeblich daran beteiligt, dass sich derzeit rund 800.000 Menschen in der Leiharbeit verdingen müssen und auch heute wieder die ersten sind, die entlassen werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, seine Mitgliedsgewerkschaften und die Leiharbeit weiterlesen

ZUR STRATEGIE DER FRIEDENSBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND 2026

Von Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“, Januar 2026

Geopolitische Entwicklungen

Die von der Trump-Regierung ausgehenden Destabilisierungs- und Verunsicherungsversuche durch völkerrechtswidrige Drohungen, militärische Angriffe gegenüber zahlreichen Staaten Lateinamerikas, West-Asiens und sogar dem NATO-Verbündeten Dänemark sind Ausdruck der Krise der Führungsmacht des internationalen Kapitalismus. Sie haben ein Ziel: den Untergang der US-Hegemonie zu verhindern. Die Vereinten  Nationen und andere internationale Organisationen, das Völkerrecht und internationale Verträge werden unverhüllt missachtet. Es gilt das Recht des Stärkeren, der Macht. Das zeigt sich ganz eklatant am Kidnapping des venezolanischen Präsidenten ebenso wie an der weiteren Unterstützung Israel bei der Vernichtung und Vertreibung der Palästinenser und Aneignung ihrer Territorien.

Der strategische Gegner bei alldem ist China. Alle die US-imperialistischen Übergriffe sind diesem Hauptkampf untergeordnet. Die USA erweisen sich als größte Bedrohung friedlicher Verhältnisse und das größte Hindernis für eine Lösung globaler Probleme durch internationale Zusammenarbeit. ZUR STRATEGIE DER FRIEDENSBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND 2026 weiterlesen

Was von der Lohnarbeit alles abhängt

Von Suitbert Cechura

Als abhängig Beschäftigter muss man sehen, wie man mit seinem Lohn zu Rande kommt. Bemerkenswert aber, was dieser unsicheren Einkommensquelle sonst noch alles zugemutet wird.

Glaubt man den deutschen Wirtschaftsvertretern, dann sind die Arbeitskosten in Deutschland zu hoch, weshalb die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Das Weihnachtsgeschäft verlief 2025 für den Einzelhandel unbefriedigend, weil es eine zu große Kaufzurückhaltung gab, sprich die Bürger von ihrem Lohn oder Gehalt nicht genügend ausgaben. Da die Kosten im Gesundheitswesen steigen, müssen die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherungen, wie die Kassenchefs zum Jahresende melden, erhöht werden; das heißt, auf Löhne und Gehälter wird auch hier stärker zugegriffen. Die Sicherung der Renten erfordert ebenfalls höhere Beiträge, wie man zeitgleich hört.

Vom Lohneinkommen der Bürger hängt offenbar mehr ab, als dass der Einzelne damit bloß das eigene Auskommen auf die Reihe kriegt. Was von der Lohnarbeit alles abhängt weiterlesen

WEF 2026 in Davos – Aufzubrechender Zusammenhang von Krieg und Kapitalismus – Erklärung der Kommission Friedenspolitik

„Die Kapitalisten wollen keinen Krieg. Sie müssen ihn wollen“ (B. Brecht)

Von paxchristi.de

Anlässlich des Weltwirtschaftsforums vom 19. – 23. Januar 2026 in Davos nimmt die pax christi-Kommission Friedenspolitik zu den Kriegsursachen Stellung, die unserer Analyse nach wesentlich im finanzmarktkapitalistischen System begründet liegen. Die Pulverisierung der internationalen Ordnung, die sich in Wirtschaftskriegen, völkerrechtswidrigen Kriegen und militärischen Konflikten in den letzten Jahrzehnten zeigt; in jüngster Zeit besonders verheerend in der Ukraine, in Venezuela, in Palästina, im Sudan und im Kongo; geht einher mit einer immer ungleicheren Verteilung an Vermögensbildung und Lebenschancen auf der Welt und der Versuchung, wirtschaftliche Interessen an Wasser, Rohstoffen und Land durch militärische Gewalt durchzusetzen.

Zwei hervorstechende Mechanismen des krisenkapitalistischen Verarbeitungsformen der Gegenwart treten aktuell gehäuft zutage: Das Sich-Verlegen auf stets neue Wege der Kapitalanlage und -vermehrung, wenn bisherige Möglichkeiten an ihre Grenzen kommen; und die Instrumentalisierung des Staats, um diese Wege für die Investoren abzusichern. Beide Merkmale zeigen sich im Umschwenken auf Rüstungsproduktion und der Bereitung des gesellschaftlichen Resonanzbodens dafür durch die Politik.

WEF 2026 in Davos – Aufzubrechender Zusammenhang von Krieg und Kapitalismus – Erklärung der Kommission Friedenspolitik weiterlesen

Kanonen statt Butter ist kein Missverständnis: Warum Krieg kein Ausrutscher ist – und weshalb das „Wir“ der „Friedensmacht“ erst noch bestimmt werden muss

Von Andreas Buderus

Kriegsvorbereitung als Eingriff in Arbeit und Leben – das Podium als Brennglas

Die finale Podiumsdiskussion der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz »Butter statt Kanonen: Was tun gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsgefahr?« fand nicht im luftleeren Raum statt. Sie fiel in eine historische Phase, in der Kriegsvorbereitung in Deutschland und deutsche Kriegsbeteiligung längst keine abstrakte außenpolitische Option mehr ist, sondern konkrete gesellschaftliche Praxis. Aufrüstung und Militarisierung bedeuten heute nicht nur explodierende Rüstungshaushalte, eskalierende Waffenbeschaffung und Rüstungsexporte. Sie greift – nicht nur durch die Wiedereinführung des Wehrdienstes und die Androhung des ´Spannungsfalls´ – tief in Grundrechte, Arbeitsverhältnisse und alltägliche Lebenszusammenhänge ein, Sie betreffen damit nicht nur Soldatinnen und Soldaten, sondern die gesamte Bevölkerung.

Vor diesem Hintergrund stand die Diskussion unter der richtigen Forderung „Butter statt Kanonen“, beantwortete diese jedoch zugleich mit einer offenen Frage – und wurde im Nachhinein mit einer Gewissheit überschrieben, die auf dem Podium selbst so nicht eingelöst wurde. Kanonen statt Butter ist kein Missverständnis: Warum Krieg kein Ausrutscher ist – und weshalb das „Wir“ der „Friedensmacht“ erst noch bestimmt werden muss weiterlesen

Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit

Von Bertolt Brecht 

Wer heute die Lüge und Unwissenheit bekämpfen und die Wahrheit schreiben will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu überwinden. Er muss den Mut haben, die Wahrheit zu schreiben, obwohl sie allenthalben unterdrückt wird; die Klugheit, sie zu erkennen, obwohl sie allenthalben verhüllt wird; die Kunst, sie handhabbar zu machen als eine Waffe; das Urteil, jene auszuwählen, in deren Händen sie wirksam wird; die List sie unter diesen zu verbreiten.

Diese Schwierigkeiten sind groß für die unter dem Faschismus Schreibenden, sie bestehen aber auch für die, welche verjagt wurden oder geflohen sind, ja sogar für solche, die in den Ländern der bürgerlichen Freiheit schreiben. Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit weiterlesen

Über die konkrete Lebenssituation armer Menschen – Vom Leben an der Pfändungsfreigrenze

Immer mehr der rund sieben Millionen überschuldeten Menschen werden dazu gezwungen oder entschließen sich aus der Situation heraus dazu, ihre konkrete Lebenssituation an der, in der Zivilprozessordnung (ZPO) festgelegten Pfändungsfreigrenze auszurichten. Die Einhaltung dieser Grenzen bei Pfändungen sollte ursprünglich trotz Schulden das Existenzminimum garantieren.

Die Einkommensgrenze des Arbeitseinkommens, das nicht gepfändet werden darf, liegt derzeit bei monatlich 1.555,00 Euro für eine Einzelperson, bei Unterhaltsverpflichtungen erhöht sich der Betrag. Aber auch Sozialleistungen können wie Arbeitseinkommen gepfändet werden. Dies gilt insbesondere für sogenannte Sozialleistungen mit Lohnersatzfunktion, wie Arbeitslosengeld, Renten, Krankengeld, Übergangsgeld oder Unterhaltsgeld.

Menschen, deren Einkommen gepfändet wird, leben in einer existentiellen Dauerstresssituation, der sie meistens allein nicht entkommen können und nicht selten endet das Schuldnerleben in der Selbsttötung.

Richtig organisiert, gibt es sogar ein würdevolles und selbstbewusstes Leben an und mit der Pfändungsgrenze. Über die konkrete Lebenssituation armer Menschen – Vom Leben an der Pfändungsfreigrenze weiterlesen

Modernisierte Sklavenarbeit, millionenfach, global

Aufklärung und Widerstand müssen verstärkt und vernetzt werden, als Teil der Friedensbewegung. Ein Aufruf

Von Werner Rügemer

Es gibt eine modernisierte millionenfache Sklavenarbeit, die ständig ausgeweitet und gleichzeitig verdrängt wird. Gegenwärtig stoppt die EU das ohnehin schwache Lieferkettengesetz, mit Unterstützung durch die deutsche Regierung unter dem unchristlichen Bundeskanzler Friedrich Merz, dem Ex-BlackRock-Funktionär.

Diese modernisierte Sklavenarbeit wird für die entwickeltsten Technologien aus den kapitalistischen Staaten, v.a. aus den USA, ausgelagert in arme Staaten aller Kontinente. Dies gilt nicht nur für die Textil- und Nahrungsmittelkonzerne, sondern ungleich mehr etwa für die Produktion der Digitalgeräte wie laptops, Handys, für „Löscharbeiten“ in den (a)sozialen Medien, für e-Autos, für Roboter-Steuerung und KI-tools.[1] Modernisierte Sklavenarbeit, millionenfach, global weiterlesen

ver.di Arbeitskreis Frieden, Hamburg – Rundbrief 1/2026 – u.a.: Venezuela – Ukraine – Gaza – Iran – Aufrüstung Europa

Von Reinhard Schwandt 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Zunächst zu einigen Veranstaltungen:

1. Demonstrationen und Veranstaltungen
in den nächsten Tagen gibt es weitere Demonstrationen zu Rojava/Syrien und Ostkurdistan/Iran.

Solidarität Mit Rojava, Ostkurdistan und dem Aufstand im Iran
In Rojava (Nord- und Ostsyrien) erleben Kurdinnen und Kurden derzeit massive Gewalt. In Aleppo wurden kurdische Viertel angegriffen, Menschen vertrieben und ermordet. Islamistischer Terror, insbesondere durch den IS (HTS) hat zu ethnischen Säuberungen geführt.

In Rojhilat (Ostkurdistan/Iran) eskaliert die Repression weiter. Das iranische Regime geht brutal gegen die kurdische Bevölkerung vor: Verhaftungen, Folter, Hinrichtungen und das Verschwindenlassen von Menschen gehören zum Alltag.
Wir demonstrieren, weil Schweigen Mittäterschaft bedeutet. ver.di Arbeitskreis Frieden, Hamburg – Rundbrief 1/2026 – u.a.: Venezuela – Ukraine – Gaza – Iran – Aufrüstung Europa weiterlesen

Neues Jahr: Keine Zuversicht mit der neuen Grundsicherung

Eine Kolumne von Inge Hannemann

Neues Jahr, neues Glück. Mit dem Jahreswechsel verbindet sich oft Hoffnung auf Besserung. Auch Bundeskanzler Merz, betont in seiner Neujahrsansprache für das Jahr 2026: „[…] Lassen wir uns auch in 2026 von Zuversicht und Glauben an unsere eigene Kraft leiten.“ Diese eigene Kraft heißt für ihn: Ergebe dich den Regeln der „neuen Grundsicherung“, sonst wird es eisig für dich. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer nicht spurt, bekommt zukünftig weniger Geld oder gar keines mehr. Die Wohnung bleibt unbezahlt. Der Magen leer. Dies bedroht nicht nur Erwerbslose, sondern auch Beschäftigte, die unerwartet in Arbeitslosigkeit geraten. Merz und seine scheinbar christliche Union folgen dem polarisierenden Ruf der Gesellschaft, dass Schmarotzer bestraft werden müssen. Bei den derzeitigen steigenden Arbeitslosenzahlen kann es täglich jeden treffen. Neues Jahr: Keine Zuversicht mit der neuen Grundsicherung weiterlesen

Bewegung im Wandel der „Zeitenwende“ – 30 Jahre Informationsstelle Militarisierung, 30 Jahre antimilitaristische Aufklärungsarbeit

„Dieser Text ist als IMI-Standpunkt 2026/002  in Graswurzelrevolution 505 – Januar 2026 – erschienen“.

Die Informationsstelle Militarisierung e. V. (IMI) wurde 1996 von Aktivist*innen aus dem linksalternativen und antimilitaristischen Spektrum der Neuen sozialen Bewegungen ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein wurde 2011 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet und hat heute etwa 300 Mitglieder. IMI-Gründungsmitglied Tobias Pflüger war lange Zeit auch Autor und Mitherausgeber der Graswurzelrevolution, bevor er 2004 als Parteiloser für die PDS ins Europaparlament einzog. Auch andere IMI-Mitglieder waren und sind häufig Autor*innen der GWR. Die Graswurzelrevolution-Redaktion sagt danke, gratuliert herzlich zum 30. IMI-Geburtstag und freut sich auf weitere 30 Jahre gute Zusammenarbeit! IMI-Referent Christoph Marischka reflektiert im folgenden Artikel die Geschichte der Remilitarisierung und zieht eine Zwischenbilanz zur Arbeit des „antimilitaristischen Thinktanks“ IMI. Der Autor gibt hier seine eigenen Positionen wieder, die zwar zu großen Teilen, aber nicht überall (BSW, „Palästina-Solidarität“) einen Konsens in der Gruppe abbilden. (GWR-Red.)

Von Christoph Marischka

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) wurde vor bald 30 Jahren in Tübingen gegründet. Anlass waren damals erste, kleine Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Aufstellung des Kommandos Spezialkräfte (KSK) im nahe gelegenen Calw vor dem Hintergrund einer grundsätzlich eher pazifistischen Haltung von großen Teilen der deutschen Bevölkerung und Medien. Einige Friedensbewegte aus der Region erkannten damals eine Tendenz zur Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Die gängige Parole der Friedensbewegung lautete in jener Zeit noch „Deutsche Waffen, deutsches Geld – morden mit in aller Welt“. Bewegung im Wandel der „Zeitenwende“ – 30 Jahre Informationsstelle Militarisierung, 30 Jahre antimilitaristische Aufklärungsarbeit weiterlesen

Jahresbilanz des WSI-Tarifarchivs: Tariflöhne steigen 2025 nominal um durchschnittlich 2,6 Prozent

Die Tariflöhne in Deutschland steigen im Jahr 2025 nominal gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 2,6 Prozent. Angesichts einer Zunahme der Verbraucherpreise von voraussichtlich 2,2 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025 ergibt sich hieraus ein leichter realer Zuwachs von 0,4 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner heute vorgelegten vorläufigen Jahresbilanz für das Tarifjahr 2025.

Nominal war der Zuwachs bei den Tariflöhnen im Jahr 2025 deutlich geringer als in den beiden Vorjahren, in denen sie jeweils um 5,5 Prozent (2023) bzw. 5,4 Prozent (2024) anstiegen. Jahresbilanz des WSI-Tarifarchivs: Tariflöhne steigen 2025 nominal um durchschnittlich 2,6 Prozent weiterlesen

Nein zur Kriegspropaganda! Wo darf man das noch sagen?

Von Johannes Schillo

Im Job gegen Bundeswehrwerbung protestieren? Geht das? Münchner Straßenbahnfahrer führen es vor, sie wollen nicht zum Vehikel der Kriegspropaganda werden.

Ein DHL-Frachtarbeiter und Verdi-Vertrauensmann am Leipziger Flughafen hat nach einer antimilitaristischen Rede, die er in seiner Freizeit hielt, seinen Job verloren, wie das Gewerkschaftsforum im Herbst 2025 berichtete. Nicht nur Prominente wie den Schweizer Militärexperten und Buchautor Jacques Baud treffen also einschlägige Sanktionen, die staatliche Aufsicht vergisst auch Otto Normal-Arbeitnehmer nicht. In der Arbeitswelt muss nämlich aus Sicht der neuen Kriegspropagandisten einiges auf Linie gebracht werden. Einzelfälle reichen da erst einmal aus, um dem Rest zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Es tritt ja jetzt überhaupt eine neue Lage ein: Auch Unternehmen und private wie öffentliche Dienstleister haben sich am Leitbild der Kriegstüchtigkeit zu orientieren. Nein zur Kriegspropaganda! Wo darf man das noch sagen? weiterlesen

Bittere Bilanz für den Flüchtlingsschutz

Von Pro Asyl

Was die seit Mai 2025 bestehende Regierung aus SPD und Union als »Migrationswende« feiert, bedeutet vor allem eins: Menschen werden im Stich gelassen, Recht wird verletzt und die Abgrenzung politischer Mitte nach rechts verschwimmt. 2025 war besonders bitter für den Flüchtlingsschutz.

Das Jahr 2025 begann mit einem politischen Paukenschlag: Noch-Oppositionsführer Friedrich Merz von der CDU brachte mit Stimmen der AfD einen Anti-Asyl-Antrag durch den Bundestag. Ein dazugehöriges Gesetzesvorhaben scheiterte nach Massenprotesten vor der CDU-Zentrale nur knapp, dank weniger Abweichler. Der Ton für einen harten Wahlkampf war gesetzt. CDU und CSU warben mit flüchtlingsfeindlichen und rechtswidrigen Vorhaben – und setzten sich bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD in vielen Punkten durch: Von den illegalen Zurückweisungen an den deutschen Grenzen, über die Aussetzung des Familiennachzugs hin zum Stopp humanitärer Aufnahmeprogramme. Bittere Bilanz für den Flüchtlingsschutz weiterlesen

Der Krankenhauskahlschlag geht weiter – Das Bündnis Klinikrettung zieht für das Jahr 2025 Bilanz und rechnet mit 40 Jahren Gewinnwirtschaft im Krankenhaussektor ab

Von Katrin Kusche

Der Krankenhauskahlschlag geht weiter

Das Bündnis Klinikrettung zieht für das Jahr 2025 Bilanz und rechnet mit 40 Jahren Gewinnwirtschaft im Krankenhaussektor ab

Berlin, 17.12.2025: In der heutigen Pressekonferenz zog das Bündnis Klinikrettung Bilanz zu Schließungen Gewinnen im Krankenhaussektor. Das Bündnis Klinikrettung registriert für das Jahr 2025 insgesamt 13 Krankenhausschließungen mit 1.287 Betten. Betroffen waren zwei Krankenhäuser in öffentlicher, vier in privater und sieben in freigemeinnütziger Trägerschaft. Aufgeteilt nach Bundesländern ergibt sich folgendes Bild: Drei Krankenhäuser schlossen in Bayern, jeweils zwei Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und ein Krankenhaus in Baden-Württemberg. Durch die Schließungen sind rund 63.650 Menschen von der wohnortnahen stationären Versorgung abgeschnitten worden, das heißt, das nächste Krankenhaus ist für sie jetzt mehr als 30 Minuten Fahrzeit entfernt.

Dr. Rainer Neef, Sprecher des Bündnis Klinikrettung, kommentiert die Zahlen wie folgt: Der Krankenhauskahlschlag geht weiter – Das Bündnis Klinikrettung zieht für das Jahr 2025 Bilanz und rechnet mit 40 Jahren Gewinnwirtschaft im Krankenhaussektor ab weiterlesen